"Wie hältst du's mit der Religion?" Die Verbreitung der Feuerbestattung als Anzeichen religiöser Indifferenz
- Der Bote
- vor 1 Tag
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„Wisst ihr nicht, dass euer Leib
ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt, den ihr
von Gott empfangen habt,
und dass ihr nicht euch selbst angehört?“
(1 Kor 6:19)
Autor: Erzpriester Nikolai Artemoff
Seit Jahrtausenden verbrennen Hindus ihre Toten. Im Hinduismus gilt das Feuer als reinigend. Es soll helfen, die Seele vom Körper zu lösen, und nach Möglichkeit den Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen. Die leibliche Auferstehung ist dem Hindu ein Gräuel, denn den Leib sieht er als einen Käfig für die Seele, den es abzulegen gilt; so, dass am besten wenig davon übrig bleibt.
Den sogenannten abrahamitischen Religionen liegt eine andere Anthropologie zugrunde. Kein mit seiner Religion vertrauter Jude oder Muslim unserer Tage würde jemals einer Feuerbestattung zustimmen. Für den Islam ist sie Harām: Sie gleicht einem Fluch, ist Tabu im religiösen Sinn. Das Feuer reinigt nicht, es ist ein Bild der Höllenqualen.
Im alttestamentlich-biblisch orientierten Judentum ist die Feuerbestattung gleichfalls undenkbar. "Zu Erde wirst du zurückkehren" (Gen 3:19). Für den orthodoxen Juden - eine klare Anweisung, den Leichnam zu beerdigen.

So liegt die Zahl der Einäscherungen in ganz Israel im Promille-Bereich (!), bemessen an der Gesamtzahl der Beisetzungen. Im (einstmals) christlichen Deutschland (ebenso in Teilen Russlands) sind wir heutzutage bei rund 80% angelangt (vgl. die Statistik unten).
Wir wollen die Frage stellen, ob es hierfür tiefere Beweggründe gibt, als den reinen Kostenfaktor. Erweist sich neuerdings das auf das Leben im Hl. Geist orientierte Christentum schlichtweg als erhaben über solch "materielle" Angelegenheiten, wie die Frage darüber, wie mit einem leblosen Körper zu verfahren ist? Oder wurde in unserer Gesellschaft der apostolische Glaube an den Leib als einen „Tempel des Heiligen Geistes“ (1 Kor 6:19 – s. oben Epigraph) für tot erklärt und begraben?
Zahlen und Fakten aus Deutschland und Russland
Im Saarland entscheiden sich bereits 85% für die Einäscherung (laut Internet). Für ganz Deutschland liegt die Zahl mit ca. 80% nur wenig darunter. Welche Bedeutung kommt diesen Zahlen zu?
Zunächst zwei Zitate:
„1960 waren gerade mal zehn Prozent der Bestattungen in der Bundesrepublik Feuerbestattungen. Mittlerweile [im Jahr 2016 – Anmerkung des Autors] sind es über 60 Prozent. Die evangelische Kirche gab 1920 ihren Widerstand auf. Erst 1963 erlaubte der Vatikan auch Katholiken Einäscherungen. […] Bei 925.000 Todesfällen in Deutschland 2015 gab es nur noch 604.260 kirchliche Bestattungen. Das waren 65 Prozent. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 71,5 Prozent.“[1]
Das zweite Zitat – Info eines Kolumbariums – zeigt, wie die Frage nach der Verfeuerung auf den Glauben an die Auferstehung des Leibes reduziert wird:
«Lange Zeit lehnte das Christentum die Feuerbestattung ab wegen der mit ihr möglicherweise gegebenen oder tatsächlich ausgedrückten Leugnung der Auferstehung. 1963 wurde das ausdrückliche Verbot von Feuerbestattungen für Katholiken und die Sanktionen des Kirchlichen Rechtsbuches (CIC) von 1917 aufgehoben".[2]
Oder mit den Worten des katholischen Katechismus‘:
„Die Kirche gestattet die Einäscherung, sofern diese nicht den Glauben an die Auferstehung des Fleisches infrage stellen will.“[3]
Wird das Thema jedoch wirklich erschöpft und somit die Frage gelöst durch solch eine Reduzierung auf eine äußerlich verstandene Auferstehung und allein auf die fehlende Absicht ihrer Leugnung? Der reale Hintergrund soll im Späteren beleuchtet werden.
Zunächst aber noch Russland, wo die KI im Februar 2026 für die letzten zehn Jahre eine Verdopplung des Anteils der Kremierungen diagnostiziert. Standardargumente wirken in den Großstädten: Platzmangel auf den Friedhöfen, einfachere Durchführung der Bestattung, Ökonomie (ca. 25% billiger). In Moskau und Sankt-Petersburg liegen daher die Feuerbestattungen bei 70%, während es in der russischen Provinz 12-15% sind: Das Krematorium ist weit und Platz gibt es in Russland eigentlich genug. In der Russischen Föderation gibt es 34 Krematorien, ein Krematorium auf 5 Mio. Einwohner (zum Vergleich das "platzarme" Japan: 1 Krematorium auf 76.000 Einwohner). In den Industriegebieten Russlands sind weitere Krematorien geplant.
Der orthodoxe Klerus beugt sich der Tendenz in den Großstädten ohne nennenswerten Widerstand. Im muslimisch dominierten Tatarstan dagegen herrscht Widerstand gegen einen solchen Bau und im gesamten Nord-Kaukasus gibt es kein einziges Krematorium. Selbst zu Corona-Zeiten bestanden die Muslime auf Erdbestattung.
Zu römischer Zeit war die Einäscherung Standard und auch anderweitig heidnischen Bräuchen entsprechend. Für das Urchristentum – undenkbar! Bedeutet die zeitgenössische Zuwendung zur Feuerbestattung eine Entchristlichung?
Bibel – Heilige Schrift?
Martin Luther übersetzte Gottes Wort zu dem „Irdischen“, d.h. zu Adam (von Adamah – Boden, Erde) wie folgt:
„Jm schweis deines Angesichts soltu dein Brot essen. Bis du wider zu Erden werdest, da von du genomen bist. Denn du bist Erden, vnd solt zu Erden werden“ (Gen 3:19).
Die vorchristlichen jüdischen Übersetzer des Alten Testaments ins Griechische verwendeten hier das Wort „γη“ („Ge“ von „Gea“ – vgl. Geographie, Geologie, Geopolitik). Ebenso die Übersetzung ins Kirchenslawische, die dann auch im Gottesdienst umgewandelt vorkommt, zum Beispiel: „Als Irdische sind wir alle aus Erde gebildet und kehren in dieselbe Erde zurück“ (Ikos, Totengottesdienst). Dies also als Gotteswort.
Fairerweise ist zu sagen, dass im Hebräischen an dieser Stelle im Gotteswort „Aphar“ steht, und so begeben wir uns auf die Strecke des Staubs.
Schließlich kommt ja der Staub – wie manche argumentieren – in die Urne und dann sogar in die Erde. Ist also alles in Ordnung?
In der Tat ist „Aphar“ unter anderem das, was zu Staub zermalmt wurde (Dt 9:21; 2 Kg 13:7, 23:6.15 etc.), ja sogar „Asche v. Verbranntem“ (Gesenius, und Num 19:17, 2 Kg 23:4). Dies ist aber im Wörterbuch von Gesenius die siebte Bedeutung, der noch die achte folgt: Goldstufen (Goldstaub). Alle anderen von 1-6 weisen auf die Erde als Herkunft: 1. lose Bestandteile der Oberfläche der Erde, so auch – 2.Bestandteil der Erde überhaupt. Daher: Erdreich, Boden. Auch als Bild der Niedrigkeit, und daher ist das „von der Erde erhöhen“, ein „aus dem Staub empor heben“. – 3. Der Stoff woraus die Menschen geschaffen sind und entsprechend dahin zurückkehren, wie im oben zitierten Gesang, entsprechend – 4. das Grab (im übertragenen Sinn) – 5. auch der Lehm, der beim Häuserbau benutzt wird, bzw. – 6. Schuttmassen, u.a. von aufgeworfenen Schanzen. Das Bild der Asche und des Feuers sind hier sicherlich sekundär.
Verbot in der Bibel?
Und plötzlich erhebt sich (zur Verteidigung der Feuerbestattung) die einfache Frage: „Wo wird denn die Feuerbestattung in der Bibel verboten?“ Finden wir also kein Zitat, dann gibt es auch kein Verbot.
Wer hat nicht das Wort „Holocaust“ gehört? Es ist in der Bibel das totale Opfer, das GANZ-Opfer, weil es gänzlich verbrannt und kein Teil davon konsumiert wird. Wer in Deutschland würde ernsthaft die Feuerbestattung in diesen Kontext stellen wollen? Eine Antwort erübrigt sich wohl. Aber tatsächlich wurden auch die anderen Reste von Opfern außerhalb der Mauern Jerusalems verbrannt – und das ist die feurige Abfallgrube, die sprichwörtliche „Gehenna“, die – christlich gesehen – sogar mit der Hölle assoziiert wird.
In heidnischen Kulten nimmt das Feuer einen großen Raum ein. Das Christentum begegnete im Iran/Persien dem Feuerkult, Zoroaster. Kultisch wird mancherorts davon ausgegangen, dass die Seele erst durch das Feuer in den Himmel kommt. Wiederum: Kaum anzunehmen, dass in den deutschen und sonstigen Krematorien eine solche Zielsetzung besteht.
Natürlich hat das Feuer auch im Christentum seinen besonderen Platz, aber davon später. Wir wollten ja ein Zitat aus der Bibel!
Wann wurde das Feuer auf einen Menschen, nicht auf Opfertiere angewendet?

Man lese die Geschichte von Juda und Tamar. Tamar wird der Unzucht angeklagt. Die Reaktion des Juda ist eindeutig:
„Führt sie hinaus! Sie soll verbrannt werden!“[4]
Ob Tamar nun als in Unzucht gefallene Priesterstochter verbrannt werden sollte (Lev 21:9), oder ob eine Steinigung vorab vorausgesetzt wird und nur der tote Leib der Hingerichteten verbrannt werden sollte, mag offenbleiben. Tatsache ist, dass die Leiber der Hingerichteten bei Jerusalem in der Gehenna verbrannt wurden. Ehrwürdige Begräbnisse sehen anders aus, als die Verbrennung auf einer Müllhalde.
Umgekehrt ist die Prophetie des Jesajas bezüglich Christi im Lied vom „Gottesknecht“, Ehre statt Entehrung. Gekreuzigt wurde Jesus Christus wie ein Verbrecher, aber begraben im neuen Grab des reichen Joseph von Arimathea:
„Sein Grab war bei Gottlosen, doch als er starb, war er bei einem Reichen, weil er keine Gewalttat begangen hatte und kein Betrug in seinem Mund war.“ (Jes 53:9)
Das Verbrennen des Leichnams gilt in der biblischen Logik eindeutig als Entehrung, weil in diesem Kontext dem Menschen als dem Bild/Ebenbild Gottes und zugleich als dem „Tempel des Heiligen Geistes“ (Hl. Apostel Paulus) die ihm zustehende Ehre darzubringen ist. In dieser Sichtweise gilt die Einäscherung und Pulverisierung eindeutig als Gewalt, wird so erlebt und evtl. auch absichtlich zugefügt. Deshalb sehen wir in biblischen Berichten, wie durch die Verbrennung von Toten gezielt eine regelrechte Entweihung von unerwünschten und fremden „heiligen Orten“ vorgenommen wird (2 Kön 23:15-18; vgl. 1 Kön 13).
In späterer Zeit, im Mittelalter, kam wohl auch eine Verbindung der Hinrichtung durch Feuer mit einer Reinigung der betreffenden Seele selbst durch die Qual (evtl. im Kontext des materiellen „Fegefeuers“, einer Lehre, die von der Orthodoxie als Irrlehre angesehen wird) und der Reinigung der sozialen Umgebung von der Sünde zustande. Hier handelte es sich aber nicht um eine Bestattungsart, sondern ebenfalls um eine Strafe und Entehrung. (Die Verurteilten wurden übrigens nicht selten aus irdischer Barmherzigkeit kurz zuvor insgeheim umgebracht, ohne dass die Zuschauer dies bemerkten).
Die Idee einer Feuerbestattung verbreitet sich erst im Rationalismus der Aufklärung. Deren Verfechter hatten eine dezidiert antikirchliche Einstellung (so die Freimaurer, die auf eine zivile Ehe und eine Bestattung ohne Kirche setzten). Das Bild beim Propheten Hesekiel (Hes 37) über die Auferstehung im Tal, das voll von Totengebeinen ist, die sich dann auf Geheiß Gottes durch den Propheten mit Sehnen und Fleisch bedecken (wird in der Kirche vor dem Auferstehungsfest [Ostern] im Morgenamt des Großen Sabbats rezitiert), entspricht so gar nicht dem Staub, der nach Feuerbestattung und Zermahlen in der Gebeinsmühle dann in die Urne geschafft wird.
Was geschieht bei der Einäscherung?
Die Leiche wird im Verlaufe von 70-90 Minuten unter dem Einsatz von Gas mit 800-1100 °C verbrannt. Pflichtgemäß geschieht dies in einem Sarg. Im Feuer quillt die Leiche auf und platzt. 90 % des Leibes wird durch den Schornstein in die Luft geblasen. Was an Knochen und sonstigen Material übrig bleibt, wird in einer speziellen Mühle zermahlen. (Es soll eine Umfrage geben unter den in Krematorien Beschäftigten, die zutage förderte, dass keiner der Befragten, die somit über den realen Vorgang ausreichend informiert waren, etwa seine verstorbenen Verwanden einer solchen Behandlung aussetzen würde).
Der Staub kommt nicht unbedingt in eine Urne. Er kann auch an einem speziellen Ort eines Friedhofs (in Deutschland gilt die Friedhofspflicht) ausgebracht werden – der Arbeiter wird durch einen Spezialanzug geschützt, trägt eine Maske. Das ist nicht unbegründet. Es gibt Studien über die Wirkung dieses Staubs, der mit ihm verbundenen Materialien, die bei der Verbrennung entstehen, sowie der Schwermetalle auf die Umwelt.[5] Während bei einer Erdbestattung Mikroorganismen in einem allmählichen Prozess die sterblichen Überreste zersetzen, ökologisch neutral, und die Gebeine noch lange intakt bleiben, werden nämlich bei der Feuerbestattung ganz andere chemische Prozesse in Gang gesetzt, zudem ist die Feuerbestattung alles andere als klimaneutral.
Aus ökonomischen, keineswegs ökologischen Gründen wurde die Feuerbestattung zunehmend gewählt und sogar vom Sozialamt regelrecht aufgedrängt. Vielleicht könnten die erhöhten Gaspreise heute zu einem ökologischen Umdenken bewegen? Aber all das sind ja keine geistlichen Argumente.
Denkanstöße
Ein paar Begebenheiten sollen in der Folge berichtet werden, welche die nachfolgenden Gedanken hervorriefen:
Einem orthodoxen Geistlichen gelang es, den Sohn eines Verstorbenen davon zu überzeugen, dass jener seinen Vater nicht kremieren sollte, obwohl es keine Alternative zu geben schien, da der Vater zu seiner Ehefrau ins Grab gebracht werden sollte, was nur in einer Urne geschehen konnte. Dem Sohn wurde klar, was die Feuerbestattung bedeutet. Er entschied sich für den Kauf eines neuen Platzes. Diesem lag am Eingang des Nürnberger Friedhofs. Es war Osterzeit. Eine zeitliche Verlegung der Aussegnung war, da die Einladungen schon alle versandt und die Publikation in den Zeitungen erschienen war, nicht möglich. Ein Totengedenken (Panichida) musste also zur angegebenen Zeit für die Trauergäste gehalten werden – aber im Krematorium.
Der orthodoxe Priester erklärte den Trauergästen vor Beginn der Panichida, dass der Verstorbene in Kürze eine Erdbestattung erhalten würde, sowie die Gründe hierfür. Die Erdbestattung werde drei Tage später erfolgen.
Aber vor diesem Gottesdienst im Krematorium, ergab es sich zufällig, dass im Umkleideraum für die Geistlichen sowohl ein evangelischer Pastor als auch ein katholischer Pater zugegen waren, denen der Orthodoxe kurz die Situation erläuterte. Wie stets vor Aussegnungen kam vorab ein Mitarbeiter des Friedhofs herein, um mit dem betreffenden Geistlichen eventuelle Details des Zeitablaufs zu besprechen. Der orthodoxe Priester begriff nicht sofort, weshalb die erste Sorge des Friedhofsangestellten das Kreuz war. In der Ecke der Aussegnungshalle hing nämlich an der Wand, wie sich herausstellte, ein großes modernes Kreuz, das abnehmbar war. Auf den fragenden Blick des Priesters unterstrich der Angestellte, dies sei kein Kruzifix: „Nur in der Mitte ein großer Stein...“ Der Geistliche begann etwas zu ahnen und zeigte auf sein Brustkreuz mit Christus darauf. Der Angestellte blieb jedoch thematisch in seiner Schiene: „Nur ein Stein...“ - man könne das Kreuz aber auch herunternehmen, problemlos. Der Priester verstand jetzt und sagte: „Lassen Sie es bleiben.“ Angestellter verstand: „Das stört sie also nicht?“ Und obwohl der Priester bejaht, wiederholte der Angestellte, das Kreuz könne abgenommen werden. Der Priester entgegnete: „Wieso? Wozu? Lassen Sie es hängen!“ Erst nach der wiederholten Bestätigung ging der Friedhofsarbeiter beruhigt davon.
Der Orthodoxe wandte sich daraufhin an die beiden anderskonfessionellen Geistlichen, und sagte: „Meine Herren, ist Ihnen klar, was uns hier gezeigt wurde?“ Der Pastor sagte nichts. Der Pater antwortete: „Bei uns war das [die Kremierung] vor zehn Jahren auch verboten.“ Das Angebot der Beseitigung des Kreuzes war in seiner Symbolik offenkundig.
Die Beerdigung war dann am Eingang des Nürnberger Friedhofs. Noch war Osterzeit: Die weiß leuchtenden Gewänder und österlichen Gesänge von der Auferstehung Christi (in deutscher Sprache, denn der Sohn konnte kein Russisch) ließ die durch das Tor hereinkommenden Friedhofsbesucher offensichtlich staunen.
In einem Land ohne Friedhofspflicht kam es zu folgendem Ereignis: Ein Verstorbener hatte bestimmt, seine Asche solle im Wald verstreut werden, und zwar von seinem guten Freund. Der gläubige orthodoxe Christ wandte sich an seinen Geistlichen, welcher ihm abriet, an der Feuerbestattung in irgendeiner Form teilzunehmen. Hierzu konnte sich der „gute Freund“ nicht durchringen, und so stand er eines Tages im Wald mit der Urne in der Hand. Im Augenblick, als er den Deckel öffnete und zur Verstreuung schritt (nicht im Spezialanzug mit Maske, sondern in Schwarz) kam von irgendwoher ein heftiger Windstoß. Nicht nur war daraufhin der schwarze Anzug grau von Staub, sondern – der Mund muss vor Schreck offen gestanden haben - auch auf den Zähnen des zum Freundschaftsdienst Berufenen knirschten die sterblichen Überreste seines Bekannten. Makaber? Nie und nimmer werde er von nun an mit Kremierungen zu tun haben, berichtete der ungehorsame Gläubige seinem Geistlichen.
Die entscheidende Begebenheit aber, die zur Entdeckung und Entwicklung der nachfolgenden Gedankengänge führte, ergab sich im traditionellen Wallfahrtsort Altötting. Nach einer Beerdigung musste der Autor dieses Artikels noch kurz ins Bestattungsinstitut. Dort hing an der Wand ein großes Plakat mit der Farbfotografie eines wunderschönen Kreuzschiffs. Darüber stand „Seebestattung“, oder etwas ähnliches. Nun stellte sich die Frage, wie denn eine solche vonstattengeht? Die Bedienstete antwortete, der Leichnam werde kremiert und die Urne im Meer versenkt. Der Gedanke schlug ein und die Antwort lag auf der Hand: „Interessant! Gott sagt in der Bibel ‚Erde bist du, und kehrst in die Erde zurück‘. Wenn es vier Urelemente gibt, nämlich Erde, Wasser, Luft und Feuer, so werden hier just die drei genommen (der Priester beugte die Finger, mit dem Kleinen beginnend), von denen Gott nichts gesagt hat, das einzige Element jedoch, von dem Gott gesprochen hat (der Zeigefinger wies in den Himmel), wird nicht verwendet. Das ist eigentümlich…“. Durchaus irdisch war die Antwort der Verkäuferin: „Aber die Leute bezahlen!“ – mit einem unnachahmlichem Lächeln.
Die neutestamentliche Perspektive – die vier Elemente
Angestoßen durch diese Episoden wurde folgender Gedankengang:
In der Biografie Christi sind alle vier Urelemente vertreten. Sie stehen in einer bestimmten Ordnung.
Es dürfte offensichtlich sein, dass die Biografie Christi für einen Christen bestimmend ist. Das Wort „Christus“ (Messias) heißt: der Gesalbte. Als Christen werden wir alle gesalbt – Myronsalbung, Chrisma, Firmung. Im Alten Testament ist diese Salbung allerdings dem Heiligtum und den Priestern („hochheilig“ – Ex 30:22-31; Ex 40:9-15) sowie Königen (1 Sam 9:16; 1 Sam 10:1; 1 Sam 16:13 etc.) vorbehalten. Die Salbung eines Laien ist ausdrücklich verboten und mit Strafe belegt (Ex 30:32-33). Dies zum Thema, dass und in welchem Kontext unsere Leiber „Tempel des Heiligen Geistes“ sind. Es ist die königlich-priesterliche Perspektive, die sich durch Christus den Herrn für uns alle erschließt (1 Petr 2:9; Apk 1:6). Einst dem Moses so verkündet: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (Ex 19:5-6). (Die Salbung durch den Heiligen Geist betrifft auch die Propheten und die Prophetie, aber das ist ein anderes Thema).
Was sehen wir nun in der Biografie Christi, die uns als Christen bestimmt?
Erde: Die Geburt Christi geschieht in Bethlehem in einer unterirdischen Höhle, die heute noch zugänglich ist. Ebenso zugänglich ist in Jerusalem das Grab des Herrn, aus dem das Licht der Auferstehung aufgeleuchtet ist. Auch dies ist eine unterirdische Höhle, in die der Herr gemäß der Prophezeiung „bei einem Reichen“ gelegt wurde (Josef von Arimathäa, vgl. Jes 53:9; Mt 27:57-60), im Gegensatz zu der durchaus möglichen und wahrscheinlichen Verbrennung des Hingerichteten. Christus wird also unterirdisch geboren und in einen aus dem Felsen gehauenen Futtertrog gelegt (Krippe), nach seinem Tod am Kreuz wird sein Leib gesalbt und in ein Troggrab gebettet, das ebenfalls aus dem Felsen gehauen ist. Anfang und Ende, Alpha und Omega stimmen überein (vgl. Apk 1:8 und 22:13).
Wasser: Christus ist aber auch das Zentrum, und in der Mitte von diesem Anfang und Ende steht die Taufe, welche die Theophanie ist – Offenbarung der heiligen Dreiheit. Das Wort Gottes steht im Wasser und heiligt dies, die Stimme weist auf den Vater und dessen Beziehung zum Sohn, der Geist steigt durch den Sohn auf das Wasser herab, und so wird das Wasser befähigt, uns durch das dreimalige Untertauchen im Namen der Dreiheit mit derselben unlösbar zu verbinden. So werden wir Christen und erhalten im nächsten Schritt durch das Mysterium der Salbung die Befähigung, mit allen Sinnen im Heiligen Geist zu leben.
Das Bild des Geistes ist zwar mit der Hauchung verbunden: Der Auferstandene haucht seine Jünger an und spricht „Empfanget Heiligen Geist.“ (Jo 20:22); ebenso haucht der Priester, bevor er die Vorbereitungsgebete zur Taufe liest, den zu Taufenden erst dreimal kreuzweise an. Dies ist bereits der Hauch der Kirche, der jedoch – wie zu zeigen sein wird – die Auferstehung Christi zur Voraussetzung hat. Niemand aber würde jemals akzeptieren, dass der Betreffende durch diese Anhauchung bereits getauft sei. Selbst wenn es Menschen gibt, die allzu gern auf das aufwändige Untertauchen verzichten würden, keiner würde in seiner Argumentation ja auf das Wasser bei der Taufe vollends verzichten wollen. Sogar in unseren verrückten Zeiten würde das als „Null-Nummer“ angesehen werden, obwohl es ja durchaus einfacher und, vor allem auch, kostengünstiger wäre!
Somit haben wir in der Biografie Christi von den vier Urelementen ein untrennbares Paar: die ineinander auflöslichen Erde und Wasser.
Welche Elemente der Biografie fehlen uns noch?
Wie und wann werden Luft und Feuer eingebracht?
Luft: Nach der Auferstehung haucht Christus, wie gesagt, seine Jünger an. Der Auferstandene erschien immer wieder auf Erden, ist aber nicht auf der Erde geblieben. Es folgt die Himmelfahrt. Am 40. Tag nach der Auferstehung wird der Leib Jesu Christi in den Himmel erhoben. Laut Synaxarion des Himmelfahrtsfestes durchschreitet Christus die neun Ränge der Engel, welche Ihn anbeten. Er überwindet alle Beschränkungen von Zeit und Raum, und sitzt von da an „zur Rechten des Vaters“ (Credo), was selbstverständlich nicht räumlich zu verstehen ist, sondern bildhaft in Erbe und Herrlichkeit meint. Somit wird, wie zuvor das Wasser durch den Sohn, auch die Luft gesegnet und die Himmelsränge (hierarchisch: Himmelsordungen).
Am 50. Tag nach der Auferstehung, griechisch Pentakosti (zu deutsch: „Pfingsten“) folgt die Geburt der Kirche. Entsprechend von Christus zuvor angewiesen, erwarten die Apostel „mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet“ zu werden (Lk 24:49). Nun geschieht dies. Wie? Luft!
„Da entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“ (Apg 2:2)
Feuer: Und dann sogleich Feuer:
„Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und es ließ sich auf jeden von ihnen nieder. Und alle wurden mit Heiligem Geist erfüllt…“ (Apg 2:3-4).
Die Kirche ist eine. Sie ist eine großartige Einheit in all ihren mystischen Dimensionen. Das Sprachwunder, das an dieser Stelle berichtet wird, wird in den Kirchengesängen, welche den geistlichen Vorgang erschließen, der babylonischen Sprachverwirrung, der Spaltung diametral entgegengesetzt.
Dieses Feuer schweißt zusammen in der absoluten geistlichen Tiefe und Gemeinschaft. Erstaunlich ist nicht nur, dass hier die wechselseitig aufeinander einwirkenden Urelemente Luft und Feuer genannt sind. Auch wenn dies in unserem Zusammenhang wichtig ist. Erstaunlich ist das „wie“, welches die Nennung nicht aufhebt sondern in einer besonderen Weise erhöht. Es handelt sich nicht um materielles Feuer, es weht nicht einfach Luft durch den Raum. Hier ist viel mehr. Und dieses „mehr“ verpflichtet.

Ikone des Heiligen Geistes: Eine Ikone ist nicht der Materie verhaftet, sondern weist darüber hinaus. Bei der Taufe Christi ist der Heilige Geist nicht der Vogel Taube, sonder es geht um Ähnlichkeit, um das Bildhafte. Und ebenhier ist das besagte „wie“ zu bedenken.
Wehe dem, der sich erdreistet, sich über den Bildgehalt der Ikone des Heiligen Geistes zu erheben, sich derart von ihm abzuwenden, dass das Feuer in Willkür wider die Sinnhaftigkeit der Ikone in die eigenen Hände genommen und dem menschlichen Leib zugefügt wird – sei es auch einem verstorbenen Leib. Ein solcher verlässt offenkundig die christlichen Dimensionen, reißt faktisch den Menschen heraus aus der Biografie Christi. Schlimm genug, wenn diese Spaltung aus Unwissenheit geschieht, denn hier ist eine spirituelle Realität gegenwärtig. Noch schlimmer, wenn dieses Zerreißen, diese Gewaltanwendung, die in der Verbrennung des Leichnams symbolisch und real sich offenbart, wissentlich vorgenommen wird.
Im Ende, welches geeint ist mit dem Neuanfang, ist eine unmittelbare Verbindung mit der Eschatologie (Endzeit). Zu seiner rechten Zeit, und in seiner rechten Art wird das Feuer über diese Welt kommen. Dies bezeugen gleichermaßen Petrus und Paulus, und der Herr selbst. Im orthodoxen Totengottesdienst wird dies unter Bezug auf den Propheten Amos (5:18):
„Weh‘ denen, die (frech) suchen, den furchterregenden Tag des Herren zu schauen! Er ist (für sie) Finsternis: durch das Feuer wird nämlich alles geprüft“ (Tropar zu den Seligpreisungen).
Dieses Feuer setzt Paulus den Spaltungen bei den Korinthern entgegen: Er habe das Fundament – Christus – bei Ihnen grundgelegt, wie jedoch ein jeder und womit aufbaut das wird sich herausstellen am Tage des Gerichts – im Feuer.
„Und das Feuer wird erproben, wie das Werk eines jeden beschaffen ist“ (1 Kor 3:13).
Dem folgt alsbald:
„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottestempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes vernichtet, den wird Gott vernichten; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr“ (1 Kor 3:16-17).
Nicht zufällig warnt der Apostel daraufhin vor der Selbsttäuschung, sich für weise zu halten. Das gesamte Kapitel ist in dieser Hinsicht aufschlussreich: Was hätte uns wohl der hl. Apostel Paulus zur Feuerbestattung gesagt?
Gleichermaßen ist der Gesamtkontext von Kapitel 2 und 3 im zweiten Petrusbrief erhellend, wo Wasser und Feuer gegenüberstellt werden, und woraus hier nur Folgendes zitiert werden soll:
„Der jetzige Himmel aber und die Erde sind durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer; sie werden aufbewahrt für den Tag des Gerichts […] Kommen aber wird der Tag des Herrn wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit reißender Geschwindigkeit vergehen, die Elemente aber in Feuersglut sich auflösen und die Erde mitsamt den Werken, die darauf sind, verbrennen […] der Himmel sich in Feuer auflösen und die Elemente in der Glut zerschmelzen werden“ (2 Petr 3:7.10.12).
Christus spricht:
„Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, dass es schon entfacht wäre! Mit einer Taufe aber muss ich getauft werden, und wie ängstigt es mich[6], bis sie vollendet ist“ (Lk 12:49-50).
Auch hier wird – ähnlich wie im Petrusbrief – die Welt des Wassers der Welt des Feuers gegenübergestellt. Dieser Übergang ist und bleibt ein Werk des Herrn Selbst, geht mitten durch Ihn hindurch, und Er ist mitten darin.
Sind wir so weise, die mystischen Dimensionen, die sich hier auftun, so gut zu erkennen und so tief zu durchdringen, dass wir eine Problemlosigkeit der „Feuertaufe“ in der Feuerbestattung verkünden könnten? Wollen wir wirklich mit einer solchen Art GANZ-Opfer (Holocaust) etwas Geistliches aussagen?[7] Schließlich geht es doch um Trauerkultur und Mensch! Oder erweist sich die zeitgenössische Haltung lediglich als eine Unart der Wurschtigkeit, als eine Einstellung zum menschlichen Leib, die der Wegwerfkultur des Ex- und Hopp gleicht? Gilt es nicht, sich vor einer Leichtfertigkeit des Zeitgeistes hüten, der zeitweilig allzu viele erfasst – mehr als 60% sind Feuerbestattungen in Deutschland (regional unterschiedlich, je nach Traditionsverhaftung).
Anders gesagt: Wie stellen wir uns der Herausforderung, das göttliche Feuer – den Heiligen Geist – ernst zu nehmen? Wollen und dürfen wir einfach so, ohne Rückbesinnung auf das Wort Gottes, das Element des Feuers ergreifen, an uns reißen, besetzen, in Besitz nehmen, um dann damit einen Leib, vermittels des Feuers gewaltsam in Dampf und Asche aufgehen zu lassen – einen Leib, der stets berufen ist, „Tempel Gottes zu sein“, in kürzester Zeit zu vernichten, vor reifer Zeit?
Der „Zeitgeist“ in Aktion
Eine Illustration, was der besagte „Zeitgeist“ von Zeit zu Zeit unter den Menschen anrichtet, liefert Russland im gottlosen Zustand – die damalige Sowjetunion, in der die Kirchenverfolgung an der Tagesordnung war.
Im Buch „Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt“[8] widmet der Autor nicht umsonst ein ganzes Kapitel dem Krematorium als einem „Tempel der Moderne“. Er führt aus, dass jede Gesellschaft einen Umgang mit dem Tod entwickelt, der ihr eignet – Formen, Rituale, Gesten, um dieser unausweichlichen „existenziellen Erfahrung“ zu begegnen. Der Autor zeigt auf, dass es sich im damaligen Russland um einen „Bruch von unerhörter Härte“ handelte, als 1927 am Vorabend des 10. Jahrestages der Oktoberrevolution das erste staatliche Krematorium im Donskoi-Kloster eröffnet wurde – in der konstruktivistisch umgebauten Kirche des hl. Seraphim von Sarow, einst 1903 eingesegnet auf Initiative des Zaren Nikolaus II. Das Donskoi-Kloster war inzwischen Atheismus-Museum. Gegenüber, passend dazu der modernistische Radioturm. Die Öfen der Firma Topf – made in Germany – waren hochmodern, wurden später auch nach Auschwitz geliefert. Thema Holocaust? Passend zur Trauerfeier eingebaut – die deutsche Sauer-Orgel aus der zum Abriss freigegebenen lutherischen Kirche.

Aus dem Bericht in der Zeitschrift „Ogonjok“ (deutsch: „Feuerchen“; Nr. 50, 11.12.1927):
„Der Körper verbrennt langsam, der Schädel zerspringt, die von Medikamenten belasteten Körper brennen länger, die Kremierung von Männern dauert länger als die von Frauen. Die Mechaniker regeln das Feuer, die Luftzuführung sorgt für optimale Bedingungen“
– überhaupt war im Sowjetstaat stets alles hochmodern und optimal. Allgemein in den Medien, aber hier glaubhaft, und zugleich – nach einem Zitat aus einem Gedicht von Rabindranath Tagore – höchst poetisch:
„Feuer, das alles zu Asche werden lässt! Dir ist dieser Tempel errichtet, dies ist der flammende Friedhof, das Krematorium.
Krematorium – das ist die leuchtende Bresche in der chinesischen Mauer der Ahnungslosigkeit des Volkes und des Aberglaubens, mit denen die Pfaffen aller Glaubensrichtungen ihr Spiel getrieben haben. Krematorium – das ist das Ende von Reliquien und anderen Wundern.
Kremierung – das ist Hygiene und Vereinfachung der Bestattung, das ist die Befreiung der Erde von den Toten für die Lebenden.
Wir verlassen diesen flammenden Friedhof. Mächtig und leicht erhebt sich der Radioturm… Es werden Betriebe und Fabriken gebaut. Mächtig atmet das Land unter der weißen Schneedecke. Es fahren die Straßenbahnen. Im Museum des Donskoi-Klosters werden Führungen veranstaltet. Es heulen die Fabriksirenen…
Leben, aus ganzer Seele leben. Und wenn wir sterben – sollen sie uns ins Krematorium bringen, damit anstelle der von Friedhöfen verpesteten Erde überall das von Freude und Jugendfrische vibrierende Leben sich ergieße!“
Atheistische, Gott bekämpfende Poesie. Wes verhärtetes Herz kann sich dem Aufruf verschließen? Klang: “Führer befiehl, wir folgen!“ – schon gehört? Nun, in Deutschland steht’s damals erst noch an. So gleichklingend doch der Kontext. Zufall? Glasklare Absicht. Wer wagt es hier noch, die Kremierung schlecht zu reden?
Ökonomischer Aspekt? Gewiss auch: „Für die Urne nimmt das Krematorium 50 Rubel, die Bestattung auf dem Friedhof ist kostenlos.“ Ein gewichtiges, stets einladendes Argument, keineswegs nur im Marxismus – wie bekannt, im kapitalistischen Deutschland von heute ebenso.
In Petrograd beschloss der Stadtsowjet bereits 1919 auf dem Gelände der Hl.-Alexander-Newskij-Lawra – nach der Nationalisierung 1918 Wohnheime für Arbeiter – ein Krematorium zu errichten. Auch wenn es zur Entweihung der Lawra durch ein Krematorium nicht kam und ein anderer Ort gefunden wurde, die schillernd lebensbejahende Einstellung (s. oben) führte hier, wie in vielen Städten, zu einem „Friedhofssterben“, im Zuge dessen Grabdenkmäler als Steinbruch für kostbares Material benutzt, Geländer und Schmuck abgebaut wurden, natürlich auch Kreuze entfernt. Es geht, wie der Autor im Detail ausführt, um Pietätlosigkeit, um „Missachtung und Verwahrlosung der Friedhöfe“ im klaren Zusammenhang mit dem Krematorium als einem „Angriff auf das Geheimnis des Todes“. Zugleich aber wurden – jenseits des materialistischen Zynismus – eigene sozialistisch-atheistische Riten erfunden. Das Mausoleum Lenins – einem babylonischen Zikkurat nachempfunden – hat hier seinen festen Platz. Das düstere Kapitel beendet Schlögel mit dem Hinweis:
„Auf dem Territorium des Donskoi-Friedhofs ist die Asche der Opfer der verschiedenen Wellen der stalinschen Säuberungen beigesetzt, von Opfern und von Tätern, die später selber in den Strudel der Säuberung geraten waren.“
Zwar fand das sozialistische System 1991 ein jähes Ende; die Kirche durfte das Donskoi-Kloster 1992 übernehmen; das Krematorium wurde zu einer Kirche umgebaut; aber das Mausoleum steht, und die Leichenverbrennung bleibt in Moskau an der Tagesordnung. Relikte grausamer Zeiten.
Einen vergleichbaren Stil aggresiver kirchenfeindlicher Propaganda, ganz wie er in der UdSSR an der Tagesordnung war, kann man jetzt in deutschen Zeitungsartikeln bestaunen, sofern man sich die Lektüre antut.[9] Es geht um den Fall des prominenten rumänischen Filmregisseurs Sergiu Nicolescu (+ 2013). Trotz der Bekanntheit der Person und ungeheuren Drucks der „Elite“, die nach der Weigerung der Priester und des Bischofs die Angelegenheit vor den Patriarchen brachte, verweigerte das Oberhaupt der Rumänischen Orthodoxen Kirche, Daniel Ciobotea, zu recht eine orthodoxe Beerdigung – Anlass für bissigbösen Journalismus in Deutschland.
Ähnlich lag in Griechenland der Fall des weltberühmten Dirigenten und Komponisten Dimitri Metropoulos (1896-1960). Kirchlicherseits wurde auch eine Litija (kurzes Totengedenken) nicht gestattet, was der griechische Metropolit Ierotheos (Vlachos) als völlig richtige Praxis bestätigt, denn es soll „kein Beerdigungsgottesdienst stattfinden, weder vor der Kremierung noch nach ihr. Im ersten Fall folgt keine Beerdigung, und im zweiten wird es keinen Leib geben, sondern nur Asche“.[10] In diesem seinem hochinteressanten Vortrag, den er vor dem Heiligen Synod der Griechischen Kirche im März 1999 gehalten hat, unterstrich Metropolit Ierotheos auf der Grundlage der Lehre der Kirchenväter, dass der Mensch, auch nachdem die Seele den Leib verlassen hat, eine ungeteilte Hypostase bleibt, d.h. eine einzigartige Person, welche „nach dem Bilde und zur Ähnlichkeit Gottes“ geschaffen, gemeinsam mit der Seele die Kenntnis ihres leiblichen Daseins bewahrt.
Abschließende Überlegungen
Wer kann mit Gewissheit behaupten, er wisse, dass es keinerlei Verbindung zwischen der Seele und dem toten Leib mehr gibt? Wer kann behaupten, dass es dem Verstorbenen herzlich egal ist, ob er einen Fehler gemacht hat, als er in seinem Testament eine Bestattungsart verfügte, die dem Leben und Sterben in Christus, dem Wort Gottes, der Kirche und der christlichen Tradition widerspricht, zuwider spricht?
Das erinnert an das Gespräch eines Geistlichen mit einer älteren Dame in ihrer Küche: Sie sagte, der Gedanke, wie sie von Würmern gefressen werde, sei ihr unerträglich, weshalb sie eine Feuerbestattung verfüge. (Die „Würmer“ sind ein hartnäckiger Mythos. Tatsächlich geschieht der Zersetzungsprozess im Grab von innen heraus durch körpereigene Bakterien insbesondere aus dem Darm sowie durch anaerobe Bakterien im Boden). Der Priester, der neben dem Elektroherd saß, schaltete ihn unmerklich an, und als die Platte rot glühte, schlug er der Dame vor, sie solle die Hand auf die Platte legen. Diese verstand sofort die Anspielung: „Aber dann werde ich doch nichts spüren!“ Der Priester konnte sagen: „Dann spüren Sie auch die Würmer nicht.“ Klar ist aber: Die emotionale Haltung war damit keineswegs vom Tisch.
Da muss sich schon eine andere Emotionalität und eine alternative Intentionalität ausbilden, nämlich eine, die verwurzelt ist im Gehorsam zum Werk und Geist Christi, zu Seiner wirklichen Liebe. Genau das aber schwindet, wenn wir uns in dieser Welt nicht aktiv darum kümmern.
Kurz gefasst: Zeit, das Feuer der Liebe zum Auferstandenen entfachen! Das ist nötig.
In seinem sehr lesenswerten Artikel über die Beerdigung schreibt der amerikanische orthodoxe Autor Alexander Earl im Sinne christlicher Bioethik:
„Kremierung sollte als eine Abweichung von der positiven Sicht verstanden werden, die das antike Christentum hat von Gott und der Menschheit im Licht der Schriften, der theologischen Anthropologie und der geistlichen Erfahrung der Heiligen und ihrer Reliquien.“[11]
Es geht um die ganzheitliche geistliche Erfahrung der rechten Verbindung von Leib und Seele, in der die Seele auf den Leib weist und der Leib auf die Seele, beides untrennbar in der Verherrlichung Gottes. Die Herrlichkeit Gottes umfasst auch die Reliquien.
Die „Doxa“ im Wort ortho-dox bedeutet nicht etwa Doktrin oder Lehre. Das Wort „doxa“ kommt im Neuen Testament 163 mal vor und bedeutet dort immer nur Herrlichkeit – Offenbarung Gottes in Herrlichkeit. Herrlichkeit und Ehre im geheiligten Leib als „Tempel Gottes“, offenbart sich dann, wenn der Leib sich der geistbegabten Seele unterordnet, und statt die Seele in die Unterwelt zu ziehen, ein Vehikel der Verherrlichung Gottes wird, die beide gemeinsam in die Oberwelt zieht. In der Orthodoxie ist diesbezüglich von den „ungeschaffenen Energien“ Gottes die Rede – es ist Wirkung, Wirksamkeit, Wirklichkeit. Hier ist auch Einheit und Bindung. Die innere Übereinstimmung von Gott, Leib und Seele manifestiert sich am klarsten in der Auferstehung, die wir als Christen bekennen. Von Paulus wird das in der Apostellesung zur Taufe klar formuliert: Christus aufersteht „durch die Herrlichkeit des Vaters“ (Röm 6:4). Und weiter sollte für uns als Christen die Einbettung dieser Leib-Seele-Wirklichkeit in das Mysterium der Eucharistie – Empfang des Leibes und Blutes Christi – offenkundig sein, eine vom Urchristentum festgehaltene Realität, die dem späteren westlichen Denken manches Kopfzerbrechen bereitete. In diesem Gesamtkontext ist die oben angedeutete Übereinstimmung mit der Biographie Christi herausragend wichtig. Dies auch in der Nachfolge durch die Beerdigung des Leibes, was Mit-Voraussetzung für das Weitere ist, nämlich nach dem Feuer des Heiligen Geistes zur Auferstehung – die Begegnung mit dem Herrn in der Luft.
Im orthodoxen Beerdigungsritus wird in der Lesung des Apostels feierlich verkündet, was bei der Wiederkunft Christi geschehen wird, wenn nämlich der Herr vom Himmel herniedersteigen wird:
„Dann werden zunächst die Toten in Christus auferstehen. Darauf werden wir, die noch leben und übriggeblieben sind, mit ihnen zusammen auf Wolken dem Herrn entgegen in die Luft entrückt werden und so immerdar mit dem Herrn sein.“ (1 Thess 4:16-17).
Generell gilt:
„Bei der christlichen Spiritualität geht es um die Vereinigung von Seele und Leib in einer Verwandlungseinheit. Sie sind eine Verkündigung des Sieges Christi über die Sünde und den Tod sowie der Welt gegenüber zugleich ein Gott-offenbarendes Zeugnis von der fortschreitenden errettenden Handlungsweise Gottes. Durch das Konzept der göttlichen Energien können wir den Sinn dessen erfassen, wie unsere Seelen und Leiber durch Gott belebt werden und so in echter Weise teilhaben am Göttlichen“.[12]
Hierzu gehört, dass Seele und Leib ihre Zeit brauchen, in ihrem Wechselbezug.[13] Es ist davon auszugehen, dass der verstorbene Mensch sich geistliche Dimensionen zunehmend erschließt und mithin zunehmend der Ernsthaftigkeit dieser Dinge bewusst wird – ob das Geschehen (auch mit seinem Leib) in Übereinstimmung mit Gottes Willen geschieht, oder nicht. Anzunehmen ist, dass seine geweitete Erfahrung ihm ein Echo von Freude oder aber Leid bringen wird. Insofern sind wir wohl berufen, unseren Nächsten Gutes zu tun, indem wir Fehlerhaftes, was der Mensch hinterlässt, korrigieren, in die Kirche einfügen, im Gebet auflösen, Verbindung schaffen, wo Zerrissenheit überhandnahm.
Absolutismus des Testaments
Doch wieder und wieder: „Der Verstorbene hat es verfügt!“ Von der inneren Seite des Geschehens war soeben schon die Rede. Und wenn der Verstorbene eigentlich eine rechte kirchliche Aussegnung wünschte, dann hat er einen Fehler begangen, und der Fehler ist zu berichtigen, indem man das Hauptziel an die oberste Stelle setzt. Dann ist die Kremierung abzusagen aus wichtigeren geistlichen, inneren Gründen. Der Wille des Verstorbenen ist wichtig, aber nicht absolut. Es gibt Fakten, die höher stehen, und Gründe, die schwerer wiegen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Einst in sowjetischen Zeiten hatte ein Gemeindemitglied in Nürnberg keine kleine Summe zusammengespart und testamentarisch verfügt, dass in seinem Dorf Kumejki eine Kirche gebaut werden sollte. Als er gegen Mitte der 1980-er verstarb und das Testament eröffnet wurde, hat die Deutsche Diözese sein Konto eingefroren mit dem Argument, der Wille solle zu seiner Zeit erfüllt werden. Auf Antrag eines Rechtsanwalts löste ein Gericht das Konto auf (die Diözese wurde nicht einmal informiert), und das Erbe wurde unter die Verwandten verteilt. Das Argument: Es gibt keine Möglichkeit zur Erfüllung des Testaments. Alsbald kam das Tauwetter der „Perestrojka“, der Kirchbau könnte gelingen – aber es war zu spät.
Wenn jemand wegen nachbarlichen Konflikten im Testament verfügen würde, der Sohn solle den ungeliebten Nachbarn mit der Axt erschlagen, dann ist ein solcher Wunsch nicht zu erfüllen, obwohl es ja physisch durchaus möglich wäre. Es ist eine ethische Frage.
Die Feuerbestattung kommt einem geistlichen Selbstmord gleich. Das entspricht einer Abtreibung, der gewaltsamen Unterbrechung einer Schwangerschaft – ist ein lebensfeindlicher Akt. Wenn also der Sohn oder die Tochter die Erfüllung des unrechten Willens verweigern, so retten sie die Seele des Vaters oder der Mutter von einer schrecklichen Sünde und bringen deren Seele Frieden, Trost und Freude, anstelle von Schmerz und Leid. Aufgrund von Vorurteilen jedoch obsiegt leider oft das Äußerliche und Unvernünftige, und die Menschen halten dagegen, bestehen darauf...
Was absolut nicht geht: Lüge im Gebet
Auf der Feuerbestattung und zugleich auf dem kirchlichen Gebet, einer Aussegnung, zu bestehen – das bedeutet ja, den Priester zu mißbrauchen: Er soll im Gebet Unwahrheiten verkünden. Der Priester besingt Gott, der die Erde in die Erde zurückkehren lässt – und dann wird dieser Leib ins Feuer gesteckt und in die Luft gejagt… Wenn dies nur menschliche Heuchelei wäre! Nein: Die gesamte kirchliche Tradition, die Beziehung zum Leib, wird durch eine Feuerbestattung verkehrt und die entsprechenden gottesdienstlichen Texte ihres Sinnes beraubt. Wem könnte jemals solche im Eigentlichen und Tiefsten begangene Lüge irgendeinen Nutzen bringen, ob im diesseitigen, oder im jenseitigen Leben? Das Gebet ad absurdum zu führen ist sinnlos, nutzlos und mehr noch: schädlich.
Es ist kein Zufall, dass die osmanischen Türken die Gebeine des heiligen Sabbas von Serbien verbrannten (1594). Während der Zeit der Wirren haben die Russen den ersten Pseudo-Demetrius verbrannt, seine Asche in eine Kanone gesteckt und in Richtung Polen abgeschossen, wo er herkam (1606). Und umgekehrt: Im Juli 1918 mühten die Mörder sich sehr, die Zarenfamilie und deren treue Diener durch Säure und Feuer zu vernichten. Wille zur totalen Vernichtung! Jedes Gedenken sollte getilgt werden. Das Wunder: In unseren Tagen wurden deren Reliquien entdeckt und werden Schritt für Schritt ins Bewusstsein gehoben. Wie anders ist das, was mit der Mumie Lenins, dem Komplizen der Zarenmörder, geschieht, trotz aller menschlichen Anstrengungen, sie zu bewahren… Heiligkeit hat ihren Wert und ihr eigene Dimensionen.
Es ist recht und wichtig für den Menschen, dass er – wenn er einen seiner Nächsten verliert – einen Ort des Gedenkens hat. Wenn in Bezug auf diesen Ort Gleichgültigkeit und Gefühllosigkeit herrscht, dann bedeutet dies nicht wenig im Hinblick auf einen beklagenswerten Seelenzustand der Entfremdung – das Gegenteil von Heiligkeit und Heiligung. Genau dasselbe gilt doch auch für die Bestattungsart, die – wenn es gelungen ist das aufzuzeigen – nicht nur in menschlicher emotionaler Weise verbinden soll und kann. Daher die in der Wahrheit wurzelnden Gottesdienste zum 1., 3., 9., 40. Tag, dazwischen die Aussegnung bei offenem Sarg, das Abschied nehmen, die Beerdigung. So gelingt die Verbindung mit dem Wort Gottes, die Intergration in die Heilige Schrift, unserer Taufe entsprechend (dem Bild des Begräbnisses nach dem Wort des Apostels – Röm 6 :3-11), und so werden wir eingeschrieben in die eine umfassende Geschichte der Heiligen Kirche, von Generation zu Generation, beginnend mit Adam (dessen Haupt auf Ikonen sichtbar am Fuß des Kreuzes liegt), und vollendet durch das Haupt der Schöpfung, den Herrn Jesus Christus Selbst – durch Sein ganzheitliches irdisches, überirdisches und sich auf die gesamte Menschheit weitendes Leben: Heiligkeit und Heiligung.
[1] Christoph Arens (KNA) https://www.katholisch.de/artikel/10978-sarg-oder-urne
[2] Vgl. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz (Hg.), „Tote begraben und Trauernde trösten. Bestattungskultur im Wandel aus katholischer Sicht“, 3. aktualisierte Auflage 2017, S. 28.
[3] Katechismus der Katholischen Kirche, 1997, Nr. 2301. Seit 2021 arbeitet das Kolumbarium Maria Schutz in Kaiserslautern unter Hinweis auf diese Position. https://www.kolumbarium-mariaschutz.de – abgerufen am 10.02.2026.
[4] „Die Mischna (Sanh. 7,1) spricht in Übereinstimung mit den halachischen Midraschim von 4 Todesarten: 1) Steinigung (sekila). 2. Verbrennen (serefa). 3. Enthauptung (hariga oder hereg). 4. Erdrosselung (chanika oder chenek).“ (al-adala.de/Neu/todesstrafen-in-der-halacha/ - abgerufen am 21.10.2022) – Verbrennen als Strafe in der Bibel: wie oben Gen 38:24, sowie Lev 20:14 und 21:9.
[5] „Für die Elemente Blei, Chrom, Kupfer, Nickel und Zink wurden in einzelnen Ascheproben stark erhöhte Gehalte bestimmt.“ - Auswirkungen von Urnenascheeinträgen aus der Kremation auf Boden und Grundwasser Abschlussbericht Az.: 33394/01-23 – Deutsche Bundesstiftung Umwelt. https://www.dbu.de/OPAC/ab/DBU-Abschlussbericht-AZ-33394_01-Hauptbericht.pdf
[6] Elberfelder Bibel: „wie bin ich beengt“. Byzantinischer Text: „wie werde ich bedrängt“. Kirchenslawisch: „wie werde ich mich zurückhalten“.
[7] Hier gehen wir nicht ein auf die Auslöschung des Feuers in den Biographien der drei Jünglinge im Feuerofen (Dan 3:1-97) sowie zahlreicher christlicher Märtyrer, oder auch das Thema des Holocaust in den Hymnen für den Großmärtyrer Theodor dem Tyronen, der am Samstag der ersten Fastenwoche besungen wird.
[8] Karl Schlögel. Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt. München 2018 (4. Aufl. - 1. Paperback 2022). Zitate s. S. 534-543. Genaues Zitieren d. russ. Originals im „Vestnik“ (Boten).
[9] „Orthodoxe in Rumänien auf den Barrikaden“, Handelsblatt 05.02.2013 ; ebenso „Wo die Orthodoxie den Ton angibt“, 07-02-2013 https://www.gebende-haende.de/n2722-197.html — abgerufen am: 16.10.2025.
[10] Митрополит Навпактский и Cвятовласиевский Иерофей (Влахос), Богословская оценка и экклесиологические последствия кремации мертвых - https://pravoslavie.ru/35659.html – просмотр: 21.02.2026.
[11] „Cremation has to be viewed as deviating from the positive vision ancient Christianity has for God and humanity in light of the scriptures, the liturgical services, theological anthropology, and the spiritual experience of the saints and their relics“. - Alexander Earl, Inhumation as Theophanic Encounter: The Eastern Orthodox Rejection of Cremation. In: Christian bioethics: Non-Ecumenical Studies in Medical Morality, 2024, XX, S. 9 - https://doi.org/10.1093/cb/cbae013
[12] Ibid., S. 10. - „Christian spirituality is about uniting the soul and body in a transforming union. They are a proclamation of Christ’s victory over sin and death and a theophanic witness to the world of God’s ongoing salvific activity. Through the concept of divine energies, we can make sense of how our souls and bodies are energized by God and so genuinely participate in the divine.“
[13] Aus westlicher Perspektive z.B."Verbrennen oder Begraben: Was 89% nach der Nahtoderfahrung wählen würden", https://youtu.be/Z96wGNkbhE4?





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