Zum Tod unseres Priesters, Vater Georg Poloczek
- hiob41
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Für die ganze Diözese, insbesondere jedoch für die Kirchengemeinde des Hl. Nikolaus in Frankfurt ist der Tod unseres geliebten Priesters
Georg Poloczek
(23.04.1954, Dinkelscherben — 31.01.2026 Frankfurt).
ein schmerzlicher Verlust.
Vater Georg wuchs in Dinkelscherben in Bayern in einer großen, gläubigen katholischen Familie mit sieben weiteren Brüdern auf. Er studierte Gartenbau in Weihenstephan. Im Anschluss an das Studium zog er mit seiner Familie – seiner Ehefrau Sophie und den beiden Kindern Sebastian und Magdalena – aus beruflichen Gründen nach Frankfurt.
Vater Georg arbeitet zunächst in der Hessischen Agrarverwaltung im Gartenbau als Sachbearbeiter für Betriebswirtschaft. Seine erste Dienststelle in Frankfurt war Am Industriehof, ganz in der Nähe der Nikolauskirche.
Wie Vater Georg immer wieder selbst erzählt hat, fuhr er mit dem Fahrrad nach der Arbeit regelmäßig an unserer Kirche vorbei, laß den Gottesdienstplan, hörte den Chor singen und fühlte sich angezogen. Der Kirchenvorsteher, Erzpriester Dimitrij Graf Ingatiew, hieß ihn willkommen und lud ihn zur Teilnahme an den Gottesdiensten ein.
Es folgte eine Zeit immer größerer Annäherung an die Orthodoxie und die Frankfurter Gemeinde: Vater Georg begann regelmäßig an den Gottesdiensten teilzunehmen, und schon bald wurden er und seine Frau Sophie ihre festen, sehr engagierten und stets hilfsbereiten Mitglieder. Im Jahre 1996 erfolgte durch die von Vater Dimitrij vollzogene Firmung die offizielle Aufnahme in die Orthodoxie und in die russische orthodoxe Kirche.
Einen wichtigen Baustein auf diesem Weg bildeten dabei – neben den zahlreichen Gesprächen mit Vater Dimitrij – die in den frühen 90er Jahren regelmäßig von ihm organisierten Theologischen Seminare.
Dank seinem guten, musikalischen Gehör und seiner Stimme wurde Vater Georg schon bald zu einem festen Mitglied nicht nur des russischen Chors unter der Leitung von Ludmilla Sergejevna Tarassowa (1931-2024), sondern auch des deutschen Männerchors unter der Leitung von Nikolai Oswalt (1931 – 2025).
Aber der Herr hatte für ihn einen weiteren geistlichen Dienst bestimmt – die Weihe zum Leser und 2012 die Weihe zum Diakon. Seine Weihe zum Priester erfolgte am 24.Februar 2019, vollzogen wurde sie von Metropolit Mark von Berlin und Deutschland. Es war ein sehr wichtiges Ereignis im Leben der Gemeinde. Die gesamte große katholische Familie des neuen orthodoxen Priesters kam und nahm an dieser Feier teil.
"Jeder von uns hat immer die unendliche Freundlichkeit, Sanftmut und Gebetsbereitschaft unseres lieben Vater Georg gespürt."
Ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte und die eigene Zeit widmete er sich den Problemen aller Menschen, die ihn um Hilfe baten. Er erinnerte sich an die Sorgen und Nöte eines jeden und erkundigte sich auch noch Monate später danach.
"Wie vielen von uns half er nicht nur mit seinen detaillierten und spezifischen Ratschlägen, sondern auch in ganz konkreten Situationen – sei es mit den vielen Briefen und Petitionen, die er schrieb, sei es bei Gerichten, in Schulen, bei Behörden oder anderweitigen offiziellen Stellen."
Besonders in den letzten Jahren seiner schweren Krankheit lernten wir von ihm den absoluten Glauben an die Barmherzigkeit des Herrn. Der Mut, die grenzenlose Geduld und Demut, mit denen er auch die schwersten Prüfungen ertrug, sind für uns zu einem bleibenden Vorbild geworden.
Vater Georg sagte, dass er für den Übergang zum ewigen Leben bereit ist. Wir glauben und fühlen, dass der Herr seine unsterbliche Seele in seine himmlischen Wohnungen aufgenommen hat, und unsere ganze Gemeinde jetzt einen treuen Fürsprecher im Himmel hat.
Matuschka Sophie, den Kindern und allen Angehörigen unseres unvergesslichen Vaters Georg unser tiefes und herzliches Beileid!
Zeitlose Liebe und ewiges Gedenken an unseren lieben und unvergesslichen Vater Georg!





