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Stellungnahme des Metropoliten Mark zum drohenden Verbot der Ukrainischen Orthodoxen Kirche

Stellungnahme Seiner Eminenz Mark, des Metropoliten von Berlin und Deutschland, zum Kiewer Regierungsentwurf Nr. 8371 über das Verbot der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK), der am 19. Oktober 2023 in erster Lesung von der Obersten Rada verabschiedet wurde (267 Ja-Stimmen, 15 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen [1]):


Die Kiewer Regierung und die Rada treiben gegen die kanonische Ukrainische Orthodoxe Kirche genau das gleiche Spiel mit der "Loyalität" und den "loyalen Priestern", wie es Trotzki und Lenin im März 1922 vereinbart hatten, und wie es Stalin dann durch die "Loyalitätserklärung" (1927) des Metropoliten Sergius (Stragorodskij) ausnutzte.

Jetzt klagt Patriarch Bartholomäus die Hierarchen der UOK an und behauptet (wie damals Metropolit Sergius), dass die Verfolgten in der Tat selbst Rechtsbrecher sind und zu Recht verfolgt werden. Auch damals unterstützte Konstantinopel zugunsten von Lenin und Stalin aktiv die "Erneuerer", die eine den Machthabern genehme prosowjetische Politik verfolgten. Das Bild von vor einem Jahrhundert wiederholt sich. In Bezug auf die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit gilt hier lediglich die Verachtung und grobe Verletzung elementarer Rechte. So wiederholt sich die Sowjetunion, nur unter einem anderen Vorzeichen.

Ich appelliere an das Gewissen all derer, die direkten Einfluss auf die Entwicklung der Ereignisse nehmen können, und fordere sie auf, die Verfolgung der Kirche im Land der Ukraine abzuwenden, alle anderen aber rufe ich auf, die Wege der Wahrheit mit ihren Gebeten geistig zu unterstützen.


Berlin — München 7/20. Oktober 2023


+ Mark, Metropolit von Berlin und Deutschland


[1] - Red.: Oppositionsparteien gibt es in der Rada seit einiger Zeit nicht mehr.

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