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Klage des russischen Volkes

Metropolit Anastasij (Gribanovskij)

Ach dass ich Wasser genug hätte in meinem Haupte und meine Augen Tränenquellen wären, dass ich Tag und Nacht beweinen könnte die Erschlagenen der Tochter meines Volks! (Jer 8: 23)

Sieben Jahre des Leidens von Hiob.

Sieben Jahre der Finsternis, des Grauens und des Leids.

Sieben Jahre des Hungers und der Pestilenz, des Feuers, des Schwertes und des inneren Kampfes.

Sieben Jahre der Verwüstung des blühenden Landes, der Plünderung seines uralten Erbes, der Zerstörung seiner Majestät, Kraft und Schönheit.

Sieben Jahre schlimmster Sklaverei, Gewalt, Mord, Folter, Blut und Tränen.

Sieben Jahre geistigen und körperlichen Kindermordes, Befleckung reiner und zarter junger Seelen.

Sieben Jahre babylonischer Gefangenschaft der Kirche, böser Verfolgung der Gläubigen, unverhohlener Frevel, Sakrileg und Gotteslästerung, vor denen der Himmel entsetzt ist und die Erde erbebt.

Sieben Jahre der Vertreibung für viele Söhne Russlands, die umherziehen in fremden Ländern, in Verfolgung, Leiden, Drangsal und sterbend fern vom verheißenen Land.

Sieben Jahre, der Predigt von Lüge und Betrug, die Millionen von Menschen vergiften.

Sieben Jahre des Mords an einer großen Nation, die dahindorrt unterdrückt von unsäglicher Tyrannei.

Sieben Jahre der Herrschaft des roten Drachens, der die Erde bedrängt und aufbegehrt wider alle göttlichen und menschlichen Gesetze.

Hört dies, ihr Ältesten, und merkt auf, alle Bewohner des Landes, ob solches geschehen sei zu euren Zeiten oder zu eurer Väter Zeiten! Sagt euren Kindern davon, und lasst’s eure Kinder ihren Kindern sagen und diese wiederum ihren Nachkommen (Joel 1: 2-3)

Ach, dass meine Reden aufgeschrieben würden! Ach, dass sie aufgezeichnet würden als Inschrift, mit einem eisernen Griffel und mit Blei für immer in einen Felsen gehauen! (Hiob 19: 23-24)

Merkt auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Rede meines Mundes. (Dtn 32:1)

Ich wartete auf das Gute, und es kam das Böse; ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis. (Hiob 30:26)

(Meine) Sonne ging unter am hellen Tag. (Jer 15:9)

Schrecken hat sich gegen mich gekehrt und hat verjagt wie der Wind meine Herrlichkeit, und wie eine Wolke zog mein Glück vorbei. (Hiob 30:15)

Die Krone ist von unserm Haupt gefallen. (Klgl 5:16) und es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem Knecht, der Herrin wie der Magd, dem Verkäufer wie dem Käufer, dem Verleiher wie dem Borger, dem Gläubiger wie dem Schuldner. (Jes 24:2)

Ein Unglück wird über das andere kommen, eine schlimme Kunde nach der andern. (Hes 7:26)

Meine Augen fließen über von Tränen, unaufhörlich Tag und Nacht; denn die Jungfrau, die Tochter meines Volks, ist völlig zerschlagen und unheilbar verwundet. (Jer 14,17)

Wie ist mir so weh, so weh! Ich winde mich. Mein Herz pocht in meiner Brust. Ich kann nicht schweigen. (Jer 4:19)

Gedenke, Herr, wie es uns geht; schau und sieh an unsre Schmach! Unser Erbe ist den Fremden zuteilgeworden und unsre Häuser den Ausländern. (Klgl 5:1-2)

Unser Wasser müssen wir um Geld trinken; unser eigenes Holz müssen wir bezahlen. (Klgl 5:4)

Siehe, wir sind heute Knechte; und in dem Lande, das du unsern Vätern gegeben hast, seine Früchte und Güter zu genießen, siehe, in ihm sind wir Knechte. (Neh 9:36)

Wir sind Waisen und haben keinen Vater. (Klgl 5:3)

Denn siehe, Gott, der Herr der Heerscharen, nimmt (von uns) jede Stütze und Stützung, den Helden und Krieger, den Richter und den Propheten, den Wahrsager und den Ältesten, den Anführer von Fünfzig, den Angesehenen, den Ratgeber, den weisen Zauberer und den klugen Beschwörer. Und gab uns junge Burschen zu Anführern und Mutwillige, um über uns zu herrschen. (Jes 3:1-4)

Du hast uns der Gewalt gesetzloser Feinde und gehässiger Verräter preisgegeben, den schlimmsten der ganzen Welt. (Dan 3:32)

Sie füllten das Land mit Gottlosigkeit. (Hes 8:17)

Der Herr schlägt (uns) mit Schwindsucht, Fieber und Brand, mit Glut und Schwert, Versengung und Vergilbung… bringt über uns jegliche Krankheit und Wunden. (Deut 28:22. 30)

Alt und Jung, Mädchen, Kinder und Frauen (werden) erschlagen (Hes 9:6), niemand entreißt sie ihren Händen. (Klgl 5:8) 

Emporgekommen ist ein verächtlicher Mensch, der durch List das Königreich in seine Hand gebracht, sich überhebt und großtut, höher als jede Gottheit. Und gegen den Gott aller Götter redet er Ungeheuerliches. Und seine Heere sind gekommen, entweihten Heiligtum und Burg, schafften das tägliche Opfer ab und stellten das Gräuelbild der Verwüstung auf. Denen, die ihn anerkennen, vergrößert er die Ehre und macht sie zu Herren über viele und teilt ihnen Land zu als Lohn. (Dan 11:21, 36, 31, 39) 

Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; die haben deinen heiligen Tempel entweiht und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet. Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande. Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, und da war niemand, der sie begrub. (Ps 78: 1-3; 1 Kön 19:14)

Dass ich doch wäre wie in längst vergangenen Monden, wie in den Tagen, da mich Gott beschirmte, als seine Leuchte über meinem Haupt erstrahlte, als meine Schritte sich in Milch gebadet, Bäche von Öl der Fels mir ergoss. (Hiob 29:1.2.6)

Abgeerntet sind Freude und Jubel aus dem Obstgarten. (Jes 16:10)

Verheert wird die Erde, verheert, geplündert wird sie; Fluch frisst die Erde. (Jes 24:3.6)

Eine Unzahl der Hirten hat Deinen Weinberg verwüstet, Dein Feld zertreten, Dein geliebtes Feld zur öden Steppe gemacht, haben es in dürres Ödland verwandelt, verwüstet trauert es vor Dir. (Jer 12:10-11)

Vernichtet ist das Feld, der Ackerboden trauert; denn vernichtet ist das Korn, vertrocknet der Rebsaft, verdorrt der Ölbaum. Die Bauern sind ganz geschlagen, es jammern die Winzer; denn Weizen und Gerste, die Ernte des Feldes ist verloren. Die Rinderherden irren umher, denn sie finden kein Futter; und die Schafe verschmachten.  Vor unseren Augen wurde uns die Nahrung entrissen die Scheunen sind verödet, die Speicher zerfallen; denn das Korn ist verdorrt.  (Joel 1:10-11.16-18)

Die bewohnten Städte sollen verheert und das Land zur Wüste werden. (Hes 12:20)

Meine Augen ermatten vor Tränen, mein Inneres glüht, meine Leber ist zu Boden geschüttet wegen des Zusammenbruches der Tochter, meines Volkes, da Kind und Säugling verschmachten auf den Plätzen der Stadt. Sie sagen zu ihren Müttern:  Wo ist Brot und Wein?, da sie wie tödlich verwundet verschmachten auf den Plätzen der Stadt, da ihr Leben ausgeschüttet ist auf dem Schoß ihrer Mütter. Mauer der Tochter Zion, lass fließen wie einen Bach die Tränen Tag und Nacht! Niemals gewähre dir Ruhe, nie lass deinen Augapfel rasten! Steh auf, klage bei Nacht, zu jeder Nachtwache Anfang! Schütte aus wie Wasser dein Herz vor dem Angesicht des Herrn! Erhebe zu ihm die Hände für deiner Kinder Leben, die vor Hunger verschmachten an den Ecken aller Straßen!

Herr, sieh doch und schau: Wem hast du solches getan?  Dürfen Frauen ihre Leibesfrucht essen, die sorgsam gehegten Kinder? Dürfen im Heiligtum des Herrn Priester und Prophet erschlagen werden? (Klgl 2, 11,12, 18- 20) Ein Volk mit unbeweglichem Gesicht, das sich dem Greis nicht zuwendet und für das Kind kein Mitleid zeigt. Es verzehrt die Frucht deines Viehs und die Frucht deines Ackers, es belagert dich in allen deinen Städten (Dtn 28, 50-52).

Der Tod ist durch unsre Fenster gestiegen, eingedrungen in unsre Paläste. Er rafft das Kind von der Straße weg, von den Plätzen die jungen Männer. (Jer 9, 20)

Hunger in der Wolgaregion. 1920er Jahre

Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, denn sie sind nicht mehr. (Jer 51, 15)

Darum soll das Land verdorren, alle seine Bewohner sollen verwelken, samt den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels; auch die Fische im Meer sollen zugrunde gehen. (Hos 4, 3)

Fluch, Lüge, Mord, Diebstahl und Ehebruch machen sich breit, Bluttat reiht sich an Bluttat. (Hos 4,2).

Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, Lästerer, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, dem Guten abgeneigt, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. (2. Tim 3, 2-4)

Sie führen geschwollene und nichtssagende Reden; Freiheit versprechen sie ihnen und sind doch selbst Sklaven des Verderbens. Frech und eigensinnig schrecken sie nicht davor zurück, himmlische Mächte zu lästern, (2. Petr 2, 18-19, 10, 13) Und ihren Ausschweifungen werden sich viele anschließen und ihretwegen wird der Weg der Wahrheit in Verruf kommen. (2. Petr 2, 2)

Es erhoben sich Propheten, die Gesetzlosigkeit lehrten (Jes 9, 15), Schwätzer, treulose Männer (Zef 3, 4) Ihre Priester entweihen das Heilige, tun der Weisung Gewalt an. (Zef 3, 4)

Den Schaden meines Volkes möchten sie leichthin heilen, indem sie sagen: Frieden! Frieden! - Aber da ist kein Friede. (Jer 6, 14) Und verführen mein Volk durch ihre Lügen und ihr freches Geschwätz. (Jer 23, 32)

Nun siehe, der Herr hat einen Lügengeist gegeben in den Mund aller deiner Propheten. (1. Kön 22, 23)

Doch die Propheten werden zu Wind und das Wort ist nicht mehr bei ihnen. (Jer 5, 13)

Weh den törichten Propheten, die nur ihrem eigenen Geist folgen und nichts geschaut haben! (Hes 13, 3)

Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen. (Jes 5, 20)

Schämen müssten sie sich, weil sie Gräuel verübt haben. Doch sie schämen sich nicht; Scham ist ihnen unbekannt. Sie alle sind schlimme Empörer, Verleumder sind sie, Bronze und Eisen sind sie, alle zusammen Verbrecher. (Jer 6, 15, 28)

Vergiss es ihnen nicht, mein Gott, dass sie das Priestertum und den Bund der Priester und Leviten befleckt haben! (Neh 13, 29).

Wie lange noch soll das Land vertrocknen, das Grün auf allen Feldern verdorren, wegen der Bosheit seiner Bewohner? (Jer 12, 4)

(Unser) Reich ist mit sich selbst uneins geworden und es kämpfen gegeneinander: Bruder gegen Bruder, Nachbar gegen Nachbar. (Mt 12,25; Jes 19,2)

Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter. (Lk 12, 51-52)

Und viele werden zu Fall kommen und einander ausliefern und einander hassen. (Mt 24, 10)

Denn das Land ist voll Blutschuld. (Hes 7, 23)

Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern und der Vater das Kind und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. (Mt 10,21)

Zum Spott für die Leute stellte er mich hin. (Hiob 17, 6)

Du hast uns mit der Schaufel geworfelt in den Toren des Landes.

Du hast uns unter alle Völker vertreut von einem Ende der Erde bis ans andere, unter diesen Nationen werde wir keine Ruhe finden. Es wird keine Stelle geben, wohin wir unseren Fuß setzen können. Am Morgen sagen wir: Wenn es doch schon Abend wäre!, und am Abend: Wenn es doch schon Morgen wäre! - um dem Schrecken zu entfliehen, der unser Herz befällt, und dem Anblick, der sich unseren Augen bietet. (Jer 15,7; Dtn 28, 64-65, 67))

Bis zur Stunde leiden wir Hunger und Durst und Blöße und werden mit Fäusten geschlagen und sind heimatlos. Wir mühen uns ab, indem wir mit eigenen Händen arbeiten; (1. Kor 4, 11-12)

Weh, wie glanzlos ist das Gold, gedunkelt das köstliche Feingold (Klgl 4,1).

Die einst Leckerbissen schmausten, verschmachten auf den Straßen. Die einst auf Purpur lagen, klammern sich jetzt an Unrat. Die Fürsten waren reiner als der Schnee und weißer als Milch; ihr Leib war rötlicher als Korallen, ihr Aussehen war wie Saphir. Nun aber ist ihre Gestalt so dunkel vor Schwärze, dass man sie auf den Gassen nicht erkennt; ihre Haut hängt an den Knochen, und sie sind so dürr wie ein Holzscheit. Junge Männer müssen die Handmühlen schleppen, unter der Holzlast brechen Knaben zusammen. (Klgl 4, 5, 7-8 und 5, 13)

An den Strömen von Babel, da saßen wir und wir weinten, wenn wir Zions gedachten. (Ps 136, 1)

Wir sind zum Hohn geworden unseren Nachbarn, zu Spott und Schimpf denen, die rings um uns wohnen. (Ps 78, 4)

Es reden über mich, die am Stadttor sitzen, Spottlieder singen die Zecher beim Wein. (Ps 68, 13)

Ich sagte: meine Wurzel reiche zum Wasser hin, und der Tau bleibe auf meinen Zweigen; meine Ehre bleibe immer frisch bei mir, und mein Bogen sei immer stark in meiner Hand. Sie hörten mir zu und warteten und schwiegen vor meinem Rat. Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie nieder. Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf wie nach Spätregen. Wenn ich ihnen zulachte, so glaubten sie es kaum, und das Licht meines Angesichts tröstete die Trauernden. Ich bestimmte ihren Weg und saß obenan und thronte wie ein König über der Schar, als einer, der die Trauernden tröstet. Jetzt aber verlachen mich, die jünger sind als ich. (Hiob 29,19-30,1)

Wer vorübergeht, pfeift über (mich) und hebt entsetzt seine Hand. (Zef 2,15)

Ich bin vergessen im Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. (Ps 30,13)

Siehe, ich schreie: Unrecht! – und werde nicht erhört. Ich rufe um Hilfe, und da ist kein Recht. (Hiob 19,7)

Meine Nächsten haben sich zurückgezogen, und meine Freunde haben mich vergessen. (Hiob 19,14)

Bis an die Grenze treiben mich meine Verbündeten; die mein Brot essen, schlagen mich nieder. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. (Ps 21,19)

(Sie) hätten nicht herabsehen sollen auf ihren Bruder zur Zeit seines Elends, seines Untergangs und nicht nach seinem Gut greifen sollen zur Zeit seines Verderbens. (Obd 1,12-13)

Wenn man doch meinen Kummer wägen und mein Leiden zugleich auf die Waage legen wollte! Denn nun ist es schwerer als Sand am Meer. (Hiob 6,2-3)

Ach, Erde, bedecke mein Blut nicht, und mein Schreien finde keine Ruhestatt! (Hiob 16,18)

Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. (Ps 68,21)

Herr, wie lange soll ich schreien, und du willst nicht hören? Wie lange soll ich zu dir rufen: »Frevel!«, und du willst nicht helfen? (Hab 1,2)

Du hast dich in Wolken gehüllt, kein Gebet kann sie durchstoßen. (Klgl 3,44) Warum lässt du mich Bosheit sehen und siehst dem Jammer zu? Raub und Frevel sind vor mir; es geht Gewalt vor Recht. (Hab 1,3)

Deine Augen sind zu rein, als dass du Böses ansehen könntest, und dem Jammer kannst du nicht zusehen! Warum siehst du dann aber den Treulosen zu und schweigst, wenn der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er? Du lässt es den Menschen gehen wie den Fischen im Meer, wie dem Gewürm, das keinen Herrn hat. (Hab 1,13-14)

Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen immerfort lästern? (Ps 73,10)

Haben denn die Übeltäter keine Einsicht? Sie fressen Dein Volk, als äßen sie Brot. Gott rufen sie nicht an. (Ps 52,5) Denn wer Böses tut, der tue weiterhin Böses, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein. (Apk 22,11)

Wird der Herr denn auf ewig verstoßen und niemals mehr erweisen seine Gunst? Hat seine Huld für immer ein Ende? Hat aufgehört sein Wort für alle Geschlechter? Hat Gott vergessen, dass er gnädig ist? Oder hat er im Zorn sein Erbarmen verschlossen? (Ps 76,8-10)

Meine Tränen sind mir Brot geworden bei Tag und bei Nacht; man sagt zu mir den ganzen Tag: Wo ist dein Gott? (Ps 41,4)

Doch ich, ich weiß: Mein Erlöser lebt! (Hiob 19,25)

In seiner Hand ruht die Seele allen Lebens und jeden Menschenleibes Geist. (Hiob 12,10)

Bei ihm ist Macht und Klugheit, sein ist, wer irrt und wer irreführt. Er lässt Ratsherren barfuß gehen, Richter macht er zu Toren. Fesseln von Königen löst er auf und bindet einen Schurz um ihre Hüften. Er lässt Priester barfuß gehen, alte Geschlechter bringt er zu Fall. (Hiob 12,16-19) Den Häuptern des Landes nimmt er den Verstand, lässt sie irren in wegloser Wüste. Sie tappen umher im Finstern ohne Licht,er lässt sie irren wie Trunkene. (Hiob 12,24-25)

Bei Gott allein wird ruhig meine Seele, von ihm kommt mir Rettung. Er allein ist mein Fels und meine Rettung, meine Burg. Vertraut ihm, Volk, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht. (Ps. 61,2-3. 9)

Legt Trauer an und klagt, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altars! Ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus und schreit zum Herrn. (Joel 1,13-14) Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach. Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten! Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott? (Joel 2,16-17)

Neige, mein Gott, dein Ohr und höre! Tu deine Augen auf und sieh unsere Verwüstungen (Dan 9,18); Achte nicht gering all die Mühsal, die uns getroffen hat, unsere Könige und Vorsteher, unsere Priester und Propheten, unsere Väter und dein ganzes Volk (Neh 9,32).

Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Stolzen ihr Tun! (Ps 93,2) Bedecke mit Schmach ihr Gesicht, damit sie, Herr, nach deinem Namen fragen. Beschämt und verschreckt sollen sie sein für immer, zuschanden sollen sie werden und zugrunde gehn. Sie sollen erkennen, dass du allein - Herr ist dein Name - der Höchste bist über der ganzen Erde. (Ps. 82,17-19)

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und höre auf das unschuldig vergossene Blut, das anklagend aufschreit. (Ps 27,9; 2 Makk 8,3) Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, so viele Jahre, wie wir Unheil sahn. (Ps 89,15) Der Segen des Herrn, unseres Gottes, sei über uns! (Ps 89,15)

Gelobt sei der Name des Herrn. (Hiob 1,21) Amen.

Oktober 1924

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