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Unser Herr ist der Herr des Friedens (2 Thess 3,16)

Osterbotschaft des Metropoliten Mark 2026

An die gottbehütete Herde der Deutschen Diözese

Christus ist auferstanden!

Wir erinnern uns an die ersten Worte des Erlösers, mit denen er sich nach der Auferstehung an die Apostel wandte. Es waren die Worte: „Friede sei mit euch! …“ Und drei Tage zuvor, beim letzten Abendmahl, sprach Christus zu seinen Jüngern über den Frieden: „Meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch […] Euer Herz beunruhige sich nicht und fürchte sich nicht“ (Joh 14,27).

Doch wie soll das Herz sich nicht fürchten?

Wir blicken auf die Welt, die uns umgibt, und es scheint — der Krieg herrscht doch in ihr. Und mit jedem Jahr festigt und weitet sich diese Herrschaft aus: in der Ukraine, im Nahen Osten...

Die Auferestehungskirche, das größte Heiligtum der gesamten Menschheit, wurde für Gläubige geschlossen. Die Türen wurden auf Anordnung der Behörden verschlossen, mit Hinweis auf die Gefahr von Bombenangriffen. Das erinnert an die jüngste Vergangenheit, als die Kirchen plötzlich geschlossen waren und die Menschen Ostern zu Hause mit Fernübertragungen der Gottesdienste feiern mussten.

Heutzutage entfernt der Staat am Ort der Taufe der Rus, dem Kiewer Taufbecken, diejenigen, die die Lawra wieder herstellten und hüteten, despotisch werden den Gläubigen ihre Heiligtümer entrissen.

Auch in vielen anderen Regionen und Ländern werden unsere Brüder und Schwestern unter verschiedenen Vorwänden aus den Kirchen vertrieben, die sie doch selbst errichtet und über viele Jahre und Jahrhunderte hinweg bewahrt haben. Das liturgische Leben wird gewaltsam ausgelöscht.

Von außen dringt man in den Bereich des Glaubens ein und offensichtlich wird der Glaube für äußere Zwecke benutzt.

Doch selbst ohne äußere Feinde sehen wir immer wieder Streit, Widerspruch und Feindschaft in unseren eigenen Gemeinden.

Wie sollen wir da nicht beunruhigt sein? Oder einfach: Was sollen wir tun?

Nach der Auferstehung, als der Herr den Jüngern erschien und sie mit den Worten „Friede sei mit euch!“ begrüßte, ließ er es nicht damit bewenden. Er fuhr fort und ergänzte seinen Gruß mit dem Auftrag: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,19–21).

Das bedeutet, dass der Friede, den der Erlöser schenkt, menschliche Mitwirkung erfordert. Wir sind von Christus dazu berufen, Teilhaber zu sein.

Seinen Frieden, der all-besiegend ist dank Christi eigener Gegenwart, schenkt uns der Herr durch seine Apostel, uns, den Gliedern der Kirche Christi. Und er schenkt ihn nicht spärlich, nicht nur teilweise, sondern so, wie er sich selbst in der Heiligen Kommunion schenkt – ganzheitlich, vollkommen. Nicht für einen Augenblick, nicht für einen Tag, sondern in alle Ewigkeit. Es kommt nur auf unsere Bereitschaft an, ihn anzunehmen...

Die Angst wird schwinden und verschwinden, je mehr wir Christus in unser Leben aufnehmen, der immer wieder zu denen sagte, die ihm folgten: „Fürchtet euch nicht!“

Die Angst wird durch den Tod und die Auferstehung des Erlösers besiegt, der sein kostbares Blut vergossen hat, „damit er durch den Tod dem die Macht nähme, der die Gewalt des Todes hat, nämlich dem Teufel, und diejenigen befreie, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben lang der Knechtschaft unterworfen waren“ (Hebr 2,14–15).

Wir wissen, dass „unser Kampf nicht gegen Fleisch und Blut ist, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in der Himmelswelt“, und der heilige Apostel gibt uns klare Anweisungen, wie wir uns rüsten sollen (Eph 6,12-19), damit wir nicht an den fruchtlosen Werken der Finsternis teilhaben, sondern als Kinder des Lichts handeln (Eph 5,11; 5,8).

Äußere Kriege führen zum Verlust von Menschenleben, zur Zerstörung von Häusern und Heiligtümern. Doch es gibt noch einen anderen Kampf – den geistlichen –, und dieser führt im Gegenteil zum Erlangen des ewigen Lebens.

Wenn wir uns endlich entschließen, diesen Kampf aufzunehmen, haben wir den Herrn Jesus Christus selbst als unseren Mitstreiter, der uns aus der Finsternis zum Licht, vom Tod zum Leben, aus der Knechtschaft zur Freiheit geführt hat. Wenn wir diese uns geschenkte Freiheit richtig nutzen, werden wir in der Lage sein, unser eigenes Leben und das kirchliche Leben recht zu gestalten, uns von den Sünden und Leidenschaften abzuwenden und uns der Liebe zu Christus und der Tugend hinzugeben, indem wir schon jetzt Teilhaber der Auferstehung Christi werden. Und wenn „in der Furcht Qual liegt“ und „wer sich fürchtet, in der Liebe unvollkommen ist“, dann gilt „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht hinaus“. Der Apostel der Liebe ruft uns auf: „Lasst uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt“ (1 Joh 4,18-19).

Und die Kirche ruft: „Wach auf, du Schläfer, steh auf von den Toten, und Christus wird dir aufleuchten!“ (Eph 5,14).

 

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!


+ Mark, Metropolit von Berlin und Deutschland

Berlin-München

Ostern 2026

 

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