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Weihnachtsbotschaft des Metropoliten Mark von Berlin und Deutschland

Aktualisiert: 7. Jan.

Ehre Gott in den Höhen, und auf Erden Friede, an den Menschen Wohlgefallen.

Der gottesweise Apostel Lukas überliefert uns die Verkündigung dre Engel, die große Freude, die allen Menschen zuteil wird: Uns ist ein Erretter geboren, welcher ist, Christus der Herr.

Der Apostel hat diese Engelsworte aus der reinen Quelle des Mundes der Mutter Gottes erhalten, ebenso wie viel anderes Wertvolles. Deshalb wiederholt er: "Maria aber bewahrte alle diese Worte und brachte sie zusammen in ihrem Herzen" (Lk 2:19 und 2:51). Auch uns gilt es, alle Worte des Evangeliums in unserem Herzen zu bewahren und zusammen zu bringen - um unsere Herzen zu läutern, um als Zeichen Gottes zu sehen: "Ein Säugling in Windeln, in einer Krippe liegend" (Lk 2:12).

Die Höhle von Bethlehem - ist eine Gruft, die Krippe - ein Sarg. Die Säuglingswindeln - ein Grabtuch. Ende und Anfang sind vereint: "Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige" (Offb 1:8; 21:6). Der Logos-Christus umschließt und durchdringt die gesamte Heilige Schrift. Durch die Kraft der Taufe tauchen wir in diese Ganzheitlichkeit des Wortes Gottes, wir selbst sind Kinder in Christus, bekleidet mit Gott, dem Wort, sind eingekleidet ins Gewebe des Evangeliums, wie in ein schneeweißes Gewand. Es ist zugleich das eines Kindes, als auch priesterlich, aber auch zum Begräbnis, denn die Taufe ist ein Begräbnis in Christus (Röm 6:3-4). Sie ist aber auch ein neu Geborenwerden zum ewigen Leben, denn "der Tod ist verschlungen durch den Sieg" Christi. Durch Christus und in Christus gilt es die Versuchungen zu besiegen. Für die Sünde sterbend der Wahrheit leben.

Lasst uns das Gotteskind schauen, das Knechtsgestalt angenommen hat, damit wir - ehemals Knechte der Sünde, sündiger Leidenschaften, sündiger Begierden — befreit werden durch die Macht und die Herrlichkeit des Sohnes Gottes, der Fleisch und Mensch geworden ist.

In Christus sind wir nicht mehr einsam. Das Gewebe, das unsere Seelen miteinander verbindet, wird durch das allmächtige Wort Christi geschaffen, durch die Liebe, die von Gott, dem Wort-Logos, durch die Theotokos-Gottesgebärerin, durch die Evangelisten und alle Heiligen in die Welt ausgegossen wird - und vor allem durch das Kreuztragen, das sie alle zu eigen haben. Ein sinnerfülltes. Freiwilliges. Hierzu ruft uns der Erlöser, der seine Arme am Kreuz ausstreckte, um uns alle zu umarmen.

Die Verkündigung der Engel ruft uns auf, unsere Augen und Herzen in der kosmischen Liturgie zu erheben. Empor! "Erhoben seien unsere Herzen" — Wir haben sie beim Herrn! — "Lasst uns Dank sagen dem Herrn!"

Tief im Herzen gelebte Danksagung an Gott bringt Frieden auf die Erde. Die Menschheit dürstet nach Frieden — und wendet sich doch täglich, stündlich von ihm ab, weil sie "das Eigene" sucht, nicht Gottes Wohlgefallen. Dort jedoch, wo Egoismus, Selbstliebe und Stolz vorherrschen, gibt es keinen Frieden und kann es ihn auch nicht geben. Das göttliche Gewebe, das Christus gewebt hat, wird von irdischen Leidenschaften zerrissen: Verachtung, Hass, Feindschaft, die die Seelen in schreckliche Strudel der Lügen stürzen. Lüge und finstere Bosheit schwelen im einzelnen Menschen, lange bevor sie Familien niedermachen, ganze Völker befallen und in Kriege von Staaten ausbrechen.

Der Engelsgesang dagegen ruft uns auch mitten in dunkler Nacht dazu auf, unsere Seelen zur Herrlichkeit Gottes, zur Herrlichkeit Christi, zu erheben und durch den Geist unseren Willen zum Gehorsam gegenüber dem guten Willen Gottes zu erziehen. "Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Güte, Barmherzigkeit, Glaube, Sanftmut, Selbstbeherrschung" (Gal 5:22).

Der Wille des Schöpfers, der alles Gute geschaffen hat, wird durch die Geburt des Sohnes Gottes erfüllt — nicht nur im evangelischen Bethlehem, weit weg von uns in Zeit und Raum, sondern auch jetzt, mitten unter uns. "Darum legt ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alles böse Reden und liebt die reine Milch des Wortes wie neugeborene Kinder, damit ihr durch sie zum Heil heranwachst; denn ihr habt geschmeckt, dass der Herr gut ist" (1 Petr 2:1-2; Ps 33:9).

Der Friede Christi, Sein Königtum lebt in uns und mitten unter uns durch die Mysterien der Kirche, welche Sein Leib ist (Eph 4:12.15-16). Angeeignet aber werden dieselben durch die Tugenden, die erlernt werden um Seines heiligen Namens willen.

"Er ist unser Friede" (Eph 2:14) — wahrhaft, unbestreitbar, in die Ewigkeit der Ewigkeit, gemäß der Verkündigung des Engels an die Gottesgebärerin: "Seines Königtumes wird kein Ende sein" (Lk 1:33). Amen.

 

+ MARK, Metropolit von Berlin und Deutschland

 

Berlin – München,

Christi Geburt 2023/24

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