Herbstgaben und Winterschätze 2025: Dänischer Ball, Vorgebirge (Предгорье) und Friedhofspflege
- Der Bote
- vor 3 Tagen
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Der Herbst eröffnet vielfältige Möglichkeiten für die Jugendarbeit: eine Zeit neuer Veranstaltungen, Begegnungen mit alten Freunden und jener freudigen Momente, die man so gern miteinander teilt.
Nach dem heißen und ereignisreichen Sommer sehnt sich die Seele nach Ruhe – und wo ließe sich diese besser finden als in gemeinsamer Arbeit? Von diesem Gedanken ließen sich die jungen Menschen aus Mannheim, Darmstadt, München und anderen Regionen Deutschlands leiten, als sie am 15. November an der traditionellen Pflege des russischen orthodoxen Friedhofs in Wiesbaden teilnahmen.
Gemeinsam entsorgten sie Müll, pflegten die Gräber und räumten die Wege frei – begleitet von freundschaftlichen Gesprächen über Alltägliches und stillen Gedanken über das Ewige.
Etwas früher, im Westen Deutschlands in der Stadt Krefeld, fand unter der einfühlsamen Leitung von Erzpriester Alexej Veselov vom 30. Oktober bis zum 2. November der zweite Kongress der orthodoxen Jugend der Diözese von Berlin und Deutschland des Moskauer Patriarchats statt. Der erste Kongress hatte, wie wir uns erinnern, ein Jahr zuvor in Hamburg einen durchschlagenden Erfolg erlebt.

Das Leitthema des Treffens war „Familie“. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten zahlreiche Antworten auf ihre Fragen: „Wie finde ich meine zweite Hälfte?“, „Wie verliere ich mich selbst nicht in der Familie?“ und „Wie baue ich eine glückliche Ehe auf?“ – diese und viele weitere Themen wurden von den Referentinnen und Referenten in den Seminaren aufgegriffen und lösten eine Fülle von Fragen sowie tiefgehende Überlegungen aus.
Wie schon im vergangenen Jahr war das Programm dicht und abwechslungsreich: von Vorträgen über eine Wallfahrt zu den Reliquien der heiligen Agatha bis hin zu Diskussionen, Gesprächsrunden und einfachem, herzlichem Austausch in den Pausen. Den Höhepunkt dieser intensiven und zugleich warmen vier Tage bildete ein Ball mit den inzwischen allseits beliebten Tänzen – Polonaise, Walzer, Quadrille und Polka.

Nach der Sonntagsliturgie, einen Tag später, reiste die inspirierte Jugend mit „Koffern voller Motivation“ in alle Ecken Deutschlands zurück, um neue Ideen in die Gemeinden zu tragen und das Erlernte praktisch umzusetzen – in freudiger Erwartung des nächsten Kongresses, der am selben Ort vom 29. Oktober bis zum 1. November 2026 stattfinden wird.
Eine Woche später, am 8. November, besuchte eine kleine Gruppe junger Frauen aus der orthodoxen Jugendgruppe „Sretenije“ (https://www.sretenie.de/) den Ball „Dagmar“, der in Kopenhagen stattfand. Die Veranstaltung war der dänischen Prinzessin Dagmar gewidmet, die nach ihrer Vermählung mit Alexander III. russische Kaiserin unter dem Namen Maria Fjodorowna wurde und den orthodoxen Glauben von ganzem Herzen annahm.

Das Leben und Andenken der Prinzessin bildeten den inhaltlichen Mittelpunkt des gesamten Balls: Gäste unterschiedlichen Alters lernten wenig bekannte und zugleich faszinierende Episoden aus ihrem Leben kennen. Autorin des Szenarios und Leiterin der Balltänze war die erfahrene Choreografin und Chorleiterin der Alexander-Newski-Gemeinde in Kopenhagen (Moskauer Patriarchat), Angelina Bondarewa. Sie empfing die jungen Frauen aus „Sretenije“ mit großer Herzlichkeit und teilte großzügig ihre langjährige Erfahrung in der Organisation von Bällen. Unter ihrer einfühlsamen und professionellen Anleitung wurden selbst die anspruchsvollsten Tänze von den Teilnehmenden harmonisch und elegant ausgeführt.
Das Programm umfasste 20 Tänze unterschiedlicher Stilrichtungen und Schwierigkeitsgrade, sodass sowohl Anfängerinnen als auch erfahrenere Tänzerinnen gut mithalten konnten. Darüber hinaus hatten die Mädchen Gelegenheit, mehrere Sehenswürdigkeiten Kopenhagens zu besichtigen, und kehrten schließlich mit einer neuen Welle der Inspiration in ihre Heimatgemeinde zurück, um dort von ihren Erlebnissen zu berichten.

Vom 19. bis 25. Dezember fand am Fuße der Alpen, unweit von München, im kleinen Ort Wessobrunn, das nächste bedeutende Jugendtreffen statt. Bereits zum dritten Mal trägt das Münchner Jugendseminar den Namen „Vorgebirge“, obwohl das Seminar seit 2014 besteht und zum ersten Mal in der Münchner Kathedralkirche stattfand. Seit mehreren Jahren nun öffnet das stille Holzhaus Stillerhof Jahr für Jahr seine Türen für junge Menschen aus verschiedenen Städten Deutschlands – und mitunter sogar aus anderen Ländern.
Jedes Jahr bemüht sich das Organisationsteam mit großem Engagement darum, eine vertrauensvolle und freundschaftliche Atmosphäre zu schaffen und diese mit inhaltlichen Vorträgen sowie der traditionellen Wanderung in die Alpen zu verbinden. Jahr für Jahr kommen hier sowohl vertraute als auch neue Gesichter zusammen – und wenn alle wieder nach Hause aufbrechen, können sich viele ihr Leben kaum noch ohne die gemeinsamen Morgengebete, das Läuten des Glöckchens, die köstlichen Frühstücke, die Teamarbeit und die Menschen vorstellen, die in diesen wenigen Tagen zu Vertrauten geworden sind.

Das aktuelle Leitthema „Freundschaft und Teamarbeit: Die Kunst der Balance“ bot Anlass zu spannenden Vorträgen, Diskussionsrunden und Gesprächskreisen. Als Referenten traten auf: Erzpriester Ilya Limberger (ROKA, Stuttgart), Erzpriester Wladislaw Dihanow (ROK MP, Lahr) sowie Priestermönch Ioann (Guaita) (ROK MP, Paris).
Ein unverzichtbarer Bestandteil des Seminars ist zudem die sogenannte „Liturgie in Hausschuhen“ im Dachgeschoss des Hauses: Die Stimmen der Singenden verschmelzen dort zu einem harmonischen Ganzen, und nach den Worten mancher Teilnehmenden ist gerade an diesem Ort die Gegenwart Gottes als liebender Vater besonders spürbar.
"Es erfüllt mich mit unendlicher Freude zu wissen, dass es Menschen gibt, die eine solche Atmosphäre schaffen können. Eine Atmosphäre, die die wunderbarsten Eigenschaften des Menschen zum Vorschein bringt und die Schönheit zeigt, die jedem von Gott gegeben ist.“
– Asija Sabadash
Viele Jugendliche kehrten mit einem Gefühl der Dankbarkeit, Liebe und Schönheit nach Hause zurück – und zugleich voller Motivation, das Gelernte in ihren Gemeinden und lokalen Gruppen umzusetzen. Es hat etwas Magisches, dass dieses Seminar am Ende des Jahres stattfindet, kurz vor dem Beginn des neuen Jahres 2026, in das man voller Motivation und sprudelnder Energie starten möchte.
Die russisch-orthodoxe Jugend wünscht Ihnen frohe Feiertage sowie Energie, Frieden und kreative Erfolge!
Ksenia Wagenblass, Dortmund, Dezember 2025











































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