Jugendbälle – Woher sie kommen und warum sie so besonders sind
- Der Bote
- 14. Okt.
- 3 Min. Lesezeit
Autor: Kseniia Wagenblaß
In diesem Jahr eröffnete Mannheim am 13. September nach der Sommerpause die Ballsaison und ließ die Jugend im Wirbel des Walzers und der Rätsel des Herbstes tanzen – daher auch der Name der Veranstaltung: „Herbsträtsel“. Das romantische Fest weckte Erinnerungen daran, wie die Balltradition einst in Deutschland ihren Anfang nahm.

Nach der langen Isolationspause während der Covid-Pandemie wurde im Jahr 2022 die bundesweite Organisation der russisch-orthodoxen Jugend in Deutschland – Russisch Orthodoxe Jugend in Deutschland e.V. (ROJ DE) – ins Leben gerufen. Im Mai desselben Jahres fand in Bad Kissingen das erste Treffen der orthodoxen Jugend statt. Es brachte nicht nur Inspiration und Motivation, sondern auch viele Ideen und wertvolles Material für den Aufbau und die Entwicklung von Jugendgruppen in den Gemeinden.

Im Mittelpunkt dieses Treffens stand – neben dem eigentlichen Austausch – auch der langersehnte Ball. In guter alter Tradition wurde getanzt und gelacht, neue Bekanntschaften wurden geschlossen – zu bekannten Tänzen wie Polka, Quadrille, Walzer und Polonaise. Der schwungvolle Abend war so gelungen, dass die Idee solcher Tanzfeste wie ein frischer Frühlingswind durch ganz Deutschland zog. Noch im selben Sommer folgten ein Ball im Rahmen des jährlichen Kölner Treffens, der traditionelle Ball in Stuttgart zum Gedenktag der hl. Fürsten Peter und Fevronia sowie ein Herbstball in Wiesbaden.
Später, im Winter, folgten die Bälle im Westen Deutschlands – in Aachen und Köln – und bald auch in vielen weiteren Städten. Inzwischen gibt es Tänze, die von allen geliebt und jedes Mal mit Spannung erwartet werden. Doch die Organisatoren dieser Abende scheuen sich nicht, auch neue Tänze einzuführen – stets mit Geduld und Herzblut –, sodass sie den Teilnehmenden noch lange in Erinnerung bleiben.
Auch dieser Herbst hatte einiges zu bieten: Am 29. September fand im Herzen Süddeutschlands, in München, ein Treffen der russischen und serbischen orthodoxen Jugend statt. Dazu schrieb Ivan Dubrovin, Koordinator der russisch-orthodoxen Jugend an der Kathedralkirche:
„Heute traf sich die Delegation der russisch-orthodoxen Kathedrale Münchens im Gemeindehaus der serbisch-orthodoxen Gemeinde, um mit deren Jugendgruppe über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen. Unsere Gruppen sind sehr unterschiedlich und können sich wunderbar ergänzen und gegenseitig unterstützen!“

Dieses Treffen gab einen deutlichen Impuls, verschiedene orthodoxe Jugendorganisationen näher kennenzulernen. Zwischen einigen Teilnehmenden entstanden bereits Freundschaften, andere sammelten neue Erfahrungen für ihre Gruppenarbeit, und viele freuten sich einfach darüber, wie groß die Gemeinschaft junger orthodoxer Menschen ist – und wie viel uns verbindet.
Zur gleichen Zeit, vom 26. bis 28. September, fand auf dem Gelände der Kirche des heiligen Panteleimon in Köln die Sitzung des Vorstandsrates der oben genannten Organisation ROJ DE e.V. statt. Teilgenommen haben Andrej Limberger (Bundesvorsitzender), Nikolai Roloff (stellvertretender Bundesvorsitzender), Anna Schäfer(Finanzabteilung), Kseniia Wagenblaß (Öffentlichkeitsarbeit), Nicole Schleicher (pädagogische Abteilung) und Sofija Tscherewissow (Sekretariat).
Um sich besser kennenzulernen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, kam das Team bereits am Vorabend in lockerer Runde zusammen – schließlich leben viele Ratsmitglieder in ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands, und solche persönlichen Begegnungen sind von unschätzbarem Wert für das gemeinsame Wachstum und gegenseitiges Verständnis.

Während der eigentlichen Sitzung wurden aktuelle Themen und Herausforderungen in der Jugendarbeit besprochen, ein Konzept für ein neues Projekt entwickelt und zahlreiche frische Ideen ausgearbeitet, die bald in den lokalen Jugendgruppen umgesetzt werden sollen.
Nach einem intensiven und produktiven Tag klang die Sitzung in herzlicher Atmosphäre bei Tee, Gesprächen und Liedern zur Gitarre aus. Eine gemeinsame Mahlzeit und die sonntägliche Liturgie bildeten den würdigen Abschlusseines ebenso arbeitsreichen wie inspirierenden Wochenendes, das allen das Gefühl gab, gehört, gebraucht und miteinander verbunden zu sein.
So begann dieser Herbst voller Freude und Leben, beschenkt mit neuen Begegnungen und Ideen in der Jugendarbeit – und draußen leuchten dazu die Farben der Jahreszeit.
Wir wünschen euch einen gesegneten, warmen und lichterfüllten Herbst – und möge es noch viele solcher Treffen geben!







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