Das Mysterium der Beichte – gegenwärtige Probleme und ihre Lösungsansätze
- Der Bote
- 13. Okt.
- 9 Min. Lesezeit
Dieser Vortrag wurde im Rahmen der Gemeinsamen Pastoralkonferenz der beiden deutschen Diözesen der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und der Russischen Auslandskirche am 2. Oktober 2025 in der Kirche der heiligen Großmärtyrerin Barbara in Krefeld gehalten.
Einleitung
Beichte und Eucharistie sind die beiden zentralen Mysterien der Orthodoxen Kirche, an denen sowohl Geistliche als auch Gläubige regelmäßig teilnehmen – viele sogar mehrmals pro Woche.
Die liturgische Theologie des 20. Jahrhunderts hat entscheidend dazu beigetragen, das Verständnis der Eucharistie zu vertiefen: als Sakrament des Reiches Gottes, das in dieser Welt in der Kirche Christi gegenwärtig ist. Dadurch hat sich auch die Praxis des häufigeren Kommunionempfangs deutlich verbreitet. Die Beichte hingegen ist, so scheint mir, theologisch weniger durchdacht geblieben. Zwar hat sie sich in ihrer Häufigkeit dem regelmäßigen Kommunionempfang angenähert. Uns aber verschließt sich immer noch der Sinn dessen, was tatsächlich geschieht, wenn wir Hunderte von Menschen durch die Beichte führen.
In diesem Vortrag, der auf meiner langjährigen Erfahrung mit der Beichtpraxis in einer großen Gemeinde beruht, möchte ich einige Probleme benennen, die uns in der heutigen Praxis begegnen. Zugleich werde ich ein Modell zur theologischen Deutung der Beichte vorstellen, das helfen kann, ihr Wesen klarer zu erfassen – und damit den Menschen, die zu uns kommen, einen tieferen geistlichen Nutzen aus diesem wunderbaren kirchlichen Mysterium zu ermöglichen.

Die Buße in der Hl. Schrift
Die Worte „Buße“ und „kehrt um“ begegnen uns im Neuen Testament rund vierzigmal. Christus selbst eröffnet seine Verkündigung mit dem Ruf zur Umkehr (Mt 3,2; Mt 4,17; Mk 1,15). Auch Johannes der Täufer fordert dazu auf, „Früchte der Umkehr“ hervorzubringen (Mt 3,8.11 und Par.). Der Herr erklärt, er sei gekommen, „Sünder zur Umkehr zu rufen“ (Mt 9,13), und sendet seine Apostel aus, um Buße zu predigen und zu heilen (Mk 6,12).
Im Verlauf der Evangelien begegnen uns mehrere Beispiele gelebter Umkehr – meist in Gestalt von Frauen. Als männliches Beispiel kann die Parabel vom Zöllner und Pharisäer gelten, die jedoch in unserem Zusammenhang einige Fragen offenlässt: Worin genau bestand die innere Bewegung des Zöllners? Hat er sein Leben wirklich verändert?
Am Ende seiner irdischen Sendung überträgt Christus den Aposteln die Vollmacht, Sünden zu binden und zu lösen – eine Vollmacht, die sie, wie die Apostelgeschichte zeigt, auch tatsächlich ausüben (Apg 2,38; 3,19; 5,31; 13,24; 17,30; 20,21; 26,20). Auch in den apostolischen Briefen begegnet das Motiv der Umkehr häufig: Es richtet sich sowohl an Menschen, die erstmals zum Glauben an Christus finden (2 Petr 3,9; Röm 2,4), als auch an Christen, die schwer gesündigt haben (2 Kor 7,9–10; 12,21; Hebr 6,6).
Bemerkenswert ist zudem, dass die Offenbarung des Johannes ganze Gemeinden – etwa die von Ephesus (Offb 2,5), Smyrna (2,16), Sardes (3,3) und Laodizea (3,19) – kollektiv zur Umkehr aufruft. Auffällig ist jedoch, dass das Johannesevangelium den Begriff „Umkehr“ überhaupt nicht verwendet.
Gleichzeitig finden wir im Neuen Testament keine Beispiele dafür, dass bereits getaufte Christen ihre alltäglichen, kleineren Verfehlungen oder Gedanken vor Gott bekennen. Weder Apostel noch andere Gläubige werden als Menschen gezeigt, die regelmäßig über ihre täglichen Schwächen Buße tun.
Heutige Praxis
Die heutige Praxis der häufigen Beichte speist sich aus zwei Quellen:
aus der monastischen Tradition der Offenlegung der Gedanken und
aus der über Jahrhunderte gewachsenen kirchlichen Gewohnheit, nur selten die Kommunion zu empfangen – dafür aber stets nach einer vorhergehenden Beichte.
Als sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die seltene Kommunion allmählich einer regelmäßigen Teilnahme an der Eucharistie wich, übertrug sich diese Veränderung auch auf die Beichtpraxis. So entstand die Gewohnheit der häufigen Beichte – eine Entwicklung, die jedoch weitgehend ohne tiefere theologische Reflexion verlief. Gerade dieses fehlende Verständnis führt, wie ich im Folgenden zeigen möchte, zu manch merkwürdigen und mitunter sogar schädlichen Erscheinungen in unserem kirchlichen Leben.
Probleme und schädliche Folgen der heutigen Praxis
Zunächst möchte ich betonen, dass die Beichte in der Regel unproblematisch ist, wenn es um Menschen geht, die zum ersten Mal in die Kirche kommen und die Sünden ihres bisherigen Lebens bereuen. In solchen Fällen steht sie dem ursprünglichen Bußruf des Evangeliums am nächsten – jenem Ruf, den die Kirche von Anfang an aufgenommen und verkündet hat. Hier entfaltet die Beichte ihre volle geistliche Kraft und hilft dem Menschen wirksam auf seinem Weg der Hinwendung zu Christus.
Die Schwierigkeiten, über die ich im Weiteren sprechen möchte, betreffen vielmehr jene Gläubigen, die schon länger zur Kirche gehören und ernsthaft bemüht sind, ein christliches Leben zu führen – persönlich, in ihrer Familie und im gesellschaftlichen Umfeld. Nach meiner Erfahrung stellt diese Gruppe heute die Mehrheit der regelmäßig Beichtenden dar.
Die Bedeutung des Wortes "Buße"
Die Bedeutung des Wortes pokajanije – „Buße“ oder „Beichte“ – ist im modernen Russisch nicht eindeutig. Für das russische Ohr klingt es in erster Linie nach Reue über begangene Taten. Solange ein Mensch am Anfang seines kirchlichen Weges steht, hat er in der Regel tatsächlich etwas, worüber er aufrichtig Reue empfinden kann. Mit der Zeit jedoch wird der „Stoff“ für die Beichte – zumindest im Rahmen eines solchen Verständnisses von pokajanije – immer spärlicher.
Allmählich beginnen sich dann zwei Ebenen zu vermischen: einerseits der Reue über konkrete Sünden – meist aus dem Bereich des Sexuellen oder Aggressiven –, andererseits des Gesprächs mit dem geistlichen Vater über persönliche Probleme, Ängste, Hoffnungen oder Fragen der Lebensentscheidung. Letzteres endet allzu leicht in fruchtlosem Gejammer über die eigene Schwächen, die Fehler anderer Menschen oder Alltagsprobleme.
So wird die Beichte oberflächlich, inhaltsleer und schematisch. Immer mehr Gewicht erhalten fertige „Sündenlisten“ aus Büchern; die Beichte verliert ihren persönlichen Charakter und wird zu einem formalen Akt – zu einer Art Eintrittskarte zur Kommunion. Solche Beichten kennen wir alle, und, soweit ich weiß, leiden viele Priester darunter, ohne recht zu wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Die Problematik einer solchen Beichtpraxis für Priester und Beichtenden
Die Beichte beginnt lästig zu werden – sowohl für die Beichtenden selbst als auch für die Priester, die solche Beichten in großer Zahl entgegennehmen. Die einen klagen, sie sagten seit Jahren immer wieder dasselbe, ohne dass sich etwas in ihrem Leben ändere, die Priester wiederum empfinden Langeweile und versuchen, die Beichte möglichst rasch und formal abzuwickeln – oder sie ersetzen sie durch eine sogenannte „allgemeine Beichte“. Doch gerade diese betont das Formale der Beichte nur noch stärker. Man sagt, dass manche Priester während der Corona-Maßnahmen froh waren, vollständig auf die „allgemeine Beichte“ umsteigen zu können – und auch danach dabei geblieben sind.
Ein weiteres Problem unserer Beichtpraxis liegt in der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen Gläubigem und Beichtvater. Der erste kommt zum zweiten in der Erwartung, von ihm eine klare Anleitung oder Entscheidung in verschiedenen Lebensfragen zu erhalten. Oft geht der Beichtvater auf diese Erwartung ein – und statt dem Menschen zu helfen, auf dem Weg zur Freiheit und zur persönlichen Begegnung mit Gott zu wachsen, beginnt er, ihn dauerhaft zu lenken und zu bevormunden. Dadurch verfestigen sich sowohl die Passivität und Unselbstständigkeit des Gläubigen als auch das vermeintliche Überlegenheitsgefühl des Priesters. Das Ergebnis ist Kontrolle und Macht auf der einen Seite, Verantwortungslosigkeit und geistliche Unreife auf der anderen. In manchen Fällen öffnet eine solche Praxis der Beichte und Buße sogar Tür und Tor für manipulativen Missbrauch und für eine wechselseitige Abhängigkeit zwischen Seelsorger und Gemeindemitgliedern.
Die Folgeschäden einer solchen Beichtpraxis für die Gemeinde
Um über Jahre hinweg „Stoff“ für die Beichte zu haben, entwickeln manche Gemeindemitglieder das Bedürfnis, sich selbst anzuklagen oder gar fremde Schuld auf sich zu nehmen – nach dem Motto: „Ich bin an allem schuld“. Sie eignen sich ein dauerhaftes Schuldgefühl an, vertiefen sich in das Selbstbild: Ich bin schlecht.
Tatsächlich gehört Schuld seit dem Sündenfall zu den grundlegenden existenziellen Erfahrungen des Menschen. Sie kann sogar eine konstruktive Rolle spielen, indem sie die eigene Sicht auf die Welt vertieft und sie von ihrer Oberflächlichkeit löst. Ein Mensch, der seiner eigenen Schuld begegnet ist, kann auch die Schuld anderer besser verstehen und annehmen – er wird mitfühlender und nachsichtiger. In diesem Sinn kann die Beichte helfen.
Doch sie kann auch das Gegenteil bewirken: Schuld fixieren, sie in fruchtloses Selbstmitleid verwandeln, in ständige, destruktive Unzufriedenheit mit sich und den anderen. Man kennt das Logion: „Buße ist die flehentliche Zerknirschung über die Sünden – die eigenen und die der ganzen Welt.“ Dies mag schön formuliert sein, gilt aber nur, wenn man das Wort existentiell versteht, nicht im psychologisch-persönlichen Sinn.
Viele Menschen lernen das Beichten von Kindheit an nach Formulierungen, die sie aus Büchern oder von Erwachsenen übernommen haben. Das führt leicht zu einer Entfremdung vom eigenen Inneren, von Seele und Herz. So brachte etwa ein elfjähriges Mädchen drei „Sünden“ auf einem Zettel zur Beichte: „Ich habe gelogen, ich habe verurteilt, ich habe meinen Bruder gebissen.“ Nur der letzte Punkt war wirklich ihr eigener – vielleicht auch der erste. Beim zweiten ist zu vermuten, dass sie seine Bedeutung nicht wirklich wissen konnte.
Unsere Form der Beichte bevorzugt und festigt bestimmte psychologische Dispositionen – und schließt andere aus. Menschen mit depressiver oder zwanghaft-obsessiver Grundhaltung werden eher „anerkannt“: Die einen, weil sie bereit sind, sich selbst auch für kleinste Verfehlungen zu verurteilen und darüber zu weinen; die anderen, weil sie unablässig ihre Gedanken prüfen und zwanghaft bemüht sind, jedes kirchliche Gebot einzuhalten. Solche Menschen gelten dann als „wahre Büßer“. Hingegen werden Gläubige mit hysterischen oder schizoiden Persönlichkeitszügen oft als unfähig zum „richtigen“ Beichten angesehen.
Damit hängt auch die magisch-kultische Tendenz in unserer Beichtpraxis zusammen. Das reine Vollziehen des Rituals – ohne wirkliches inneres Mitgehen, ohne aktive Selbsterkenntnis und Veränderungswillen – verschafft der Seele zwar kurzfristige Erleichterung, stabilisiert aber zugleich den bestehenden Zustand. Häufiges Beichten dient damit der seelischen Stabilisierung – was an sich nicht schlecht ist, aber eben auch die negativen Zustände stabilisiert: Man kann jahrelang beichten, ohne dass sich etwas verändert.
Der Beichtende hat in der Regel kein positives Ziel vor Augen. Das hängt teilweise mit einem unausgesprochenen Tabu in unserem System zusammen: Erfolg, Zielerreichung oder persönliche Entwicklung gelten schnell als unvereinbar mit dem Geist der Buße.
Die häufige Beichte, in der Reue über Handlungen und über Gedanken ineinanderfließen, ist letztlich ein Versuch, die monastische Praxis in das Familienleben zu übertragen. „Das Wichtigste für den Christen ist das betende, bußfertige Leben der Seele; nur dieses bringt Früchte, die in das ewige Leben übergehen. Alle äußere Tätigkeit des Menschen ist nur insofern nützlich, als sie diesem geistlichen Tun dient“ (Mönch Vsevolod (Filipjew), Der Herr der Stille, Jordanville, Verlag „Palomnik“). Eine fatale Einschränkung der christlichen Existenz, insbesondere für christliche Ehepartner, Mütter und Väter.
Profanierung der Beichte
Die Folge dieser Verzerrungen im Verständnis und in der Praxis der Beichte ist ihre Entwertung – ja, ihre weitgehende Wirkungslosigkeit. Sie bleibt zwar formell Voraussetzung für den Empfang der Kommunion, doch in Bezug auf das geistliche Wachstum des Christen erweist sie sich zunehmend als Leerlauf, als Übung ohne inneren Ertrag.
So entsteht eine paradoxe Situation: Einerseits wird die Notwendigkeit der Beichte nachdrücklich betont, andererseits wird sie – durch ihre fortschreitende Formalisierung in Gestalt der „allgemeinen Beichte“ oder der hastig-abgewickelten persönlichen Beichte („Gesündigt? Gesündigt! Der Nächste!“) – praktisch für überflüssig befunden.
Ein solches Paradoxon muss bei allen Beteiligten zwangsläufig zu kognitiver Dissonanz führen.
Lösungsansatz
Nun möchte ich eine alternative Sichtweise auf die Beichte vorstellen. Sie könnte einerseits dazu beitragen, besser zu verstehen, was tatsächlich geschieht, wenn wir regelmäßig Hunderte von Menschen zur Beichte einladen, und andererseits unsere Praxis nachhaltig verändern.
Meines Erachtens umfasst die Beichte drei unterschiedliche Aspekte, von denen jeder in einer konkreten Beichte zum Tragen kommen kann. Diese drei Aspekte korrespondieren mit der zeitlichen Orientierung des Menschen in seiner Beichte: Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
Der erste Aspekt entspricht der klassischen Auffassung der Beichte: Reue über begangene Sünden, das Erbitten der Vergebung bei Christus durch den Priester und die Wiedervereinigung mit der Kirche. Zu Beginn des kirchlichen Weges spielt dieser Aspekt meist eine zentrale Rolle. Die Aufgabe des Priesters besteht hier darin, dem Menschen zu helfen, über sich selbst hinwegzuschreiten, seine vergangenen Verfehlungen zu erkennen und ihm Versöhnung mit Christus und der Kirche zu schenken. Bei einer aufrichtigen Hinwendung zu Christus sollte diese Phase der Reue über die Vergangenheit jedoch nicht zu lange dauern – und sie wird im Leben eines Christen ohnehin nur selten in dieser Form auftreten. Eine wöchentliche oder monatliche Wiederholung ist jedenfalls kaum zu erwarten.
Der zweite Aspekt richtet sich auf die Gegenwart und entspricht in gewisser Weise der monastischen Praxis der Offenlegung der Gedanken. Für den Christen im Alltag ist es wichtig, sich selbst zu erkennen – sowohl in Bezug auf das eigene Innenleben als auch in seinen Beziehungen zu anderen. Die Beichte kann hierbei hilfreich sein. Die Rolle des Priesters besteht darin, dem Menschen zu helfen, eigene Leidenschaften und Verzerrungen in der Beziehung zu Gott zu erkennen, sowie seinen Beitrag zu schwierigen Situationen im Umgang mit seinen Mitmenschen zu verstehen. Dieser Aspekt entspricht auch dem klassischen Aufruf: „Erkenne dich selbst!“
Der dritte Aspekt richtet sich auf die Zukunft. Hat der Mensch seine inneren Schwierigkeiten im Verhältnis zu Gott, zu sich selbst oder zu anderen erkannt, kann er ernsthafte Schritte unternehmen, um eine konkrete Problematik zu lösen. Dabei übernimmt er Verantwortung für die Zielsetzung – also für die Identifikation der zu bearbeitenden Herausforderung – und für deren Umsetzung über einen längeren Zeitraum. Der Priester kann in diesem Fall helfen, das Ziel klarer zu definieren, und den Menschen darin bestärken, sich in seinen Beichten zunächst nur auf diesen einen Aspekt zu konzentrieren.
So könnte beispielsweise jemand, der ein mangelndes Vertrauen zu Gott verspürt, für zwei bis drei Jahre die Beichte ausschließlich diesem Thema widmen und gleichzeitig aktiv daran arbeiten, sein Vertrauen Gott gegenüber im Alltag zu vertiefen. Sobald er sich von seinem Misstrauen befreit fühlt, kann er zum nächsten Thema übergehen. In diesem dritten Aspekt sollte das Tabu der Zielerreichung („aus Demut“) aufgehoben sein.
Die Rolle des Priesters im Rahmen dieses Modells
Der Priester kann dem Menschen helfen, zu erkennen, welcher Aspekt der Beichte in der aktuellen Lebensphase besonders wichtig ist. Sobald dies klar ist, gewinnt die Beichte ihre Wirksamkeit zurück und entfaltet ihre heilende Wirkung. Ein Satz wie „Ich bin des Stolzes schuldig“ macht aus Sicht des ersten Aspekts wenig Sinn, da Stolz keine vergangene Tat ist. Aus Sicht des zweiten Aspekts – der Selbsterkenntnis – kann er jedoch sinnvoll sein, wenn er dem Menschen hilft, sich seiner Gefühle und Handlungen bewusst zu werden. Aus Sicht des dritten Aspekts wird ein solcher Satz erst dann sinnvoll, wenn der Mensch bereit ist, den Abbau seines Stolzes als konkrete Aufgabe für die nächsten Jahre zu übernehmen. Der Priester kann dabei helfen einzuschätzen, ob dieses Ziel im aktuellen Lebensabschnitt angemessen ist.
Die Häufigkeit der Beichte hängt folglich davon ab, auf welcher Ebene sich der Mensch gerade befindet.
Ich hoffe, dass diese Analyse und das vorgestellte Modell der Beichte sowohl uns Priestern als auch unseren Gemeindemitgliedern helfen wird, eines der zentralen Sakramente unserer Kirche bewusster zu verstehen und fruchtbar zu leben.






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