Deinen Hochzeitssaal sehe ich, mein Erretter, geschmückt… Nonnenweihe in Buchendorf

In der diesjährigen Fastenzeit hat S. E. Metropolit Mark an vier Schwestern des Klosters der Heiligen Großfürstin Elisabeth in Buchendorf die Mönchsweihe des Kleinen Schimas vorgenommen.

Die Weihe der beiden Rasophorinnen Justina und Melania fand am Montag der zweiten Fastenwoche, dem 14. März, statt. Die beiden Nonnen erhielten bei der Weihe die neuen Namen Juliania und Manetha.

Kurzinfo: Die hl. Märtyrerin Juliania von Ptolemais wurde zusammen mit ihrem Bruder Paulus unter Kaiser Aurelian (270-275) in der phönizischen Stadt Ptolemais hingerichtet. Ihr Gedenktag ist der 04./17. März.

Die hl. Märtyrerin Manetha von Cäsarea, die aus dem Land der Skythen stammte, litt zusammen mit den heiligen Märtyrern Antoninos, Nikephoros und Germanos 307 oder 308 im palästinischen Cäsarea. Ihr Gedenktag ist der 13./26. November.

Die Weihe der Rasophorinnen Charitina und Kassia fand am Montag Abend der sechsten Woche der Großen Fastenzeit, dem 11. April, nach dem Großen Apodypnon statt. Die Schwestern erhielten als neue himmlische Beschützerinnen die hl. Märtyrerin Crescentia von Rom und die hl. Märtyrerin Theodosia von Tyrus.

Kurzinfo: Die heiligen Märtyrer Vitus, Modestus und die Amme Crescentia litten gemeinsam für Christus während der Herrschaft des Kaisers Diokletian (284-305). Ihr Gedenktag ist der 13./28. Juni.

Die hl. Märtyrerin Theodosia von Tyrus litt im Jahr 307 während der Christenverfolgung im palästinischen Cäsarea. Ihr Gedenktag ist der 3./13. April.

Die Mönchsweihe ist für das Kloster ein besonderer Segen Gottes und ein großes Mysterium, das sowohl die Freude über die Verwandlung der Seele und ihr Verlöbnis mit dem ersehnten Christus enthält als auch das innerliche Weinen über die eigene Sündhaftigkeit sowie das Mitleid und die Liebe zum Herrn für diese Berufung aus der Welt.

Unter Geläut wie zu einem Begräbnis gehen die Kandidatinnen entblößten Hauptes in Begleitung der Schwestern, brennende Kerzen in Händen haltend, zur Zelle der Äbtissin. Von dort aus begeben sie sich unter dem Gesang «Se Ženich grjadet v polunošči» [Siehe, der Bräutigam kommt um Mitternacht]langsamen Schrittes in die Kirche. Nun beginnt mit dem langen Gesang des ergreifenden Tropars aus dem Gottesdienst des verlorenen Sohnes «Оb'jatija otča» [Die väterlichen Arme eile mir zu öffnen] die Akoluthie der Mönchsweihe, während derer die Kandidatinnen am Boden ausgestreckt liegen, um dann mit zitterndem Herzen zur Königspforte zu kriechen. Sie symbolisieren dabei den «jüngeren Sohn» aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn, der nach seinem tiefen Fall zu seinem Vater zurückkehrt. Bald darauf sind aus dem Mund der Kandidatinnen die Gelübde gegenüber dem himmlischen Bräutigam zu hören. Sie werden in Gegenwart der Engel als unsichtbaren Zeugen der himmlischen Welt abgelegt, welche die gegebenen Gelübde im Buch des Lebens aufzeichnen und für welche die Nonnen bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus Rechenschaft ablegen werden.

Als Zeichen dafür, dass die Kandidatinnen aus freiem Willen zum Verlöbnis des großen Engel-Schemas kommen, überreichen sie die Schere zum Schneiden der Haare dreimal selbst. Die Schere wird dann auf das vor ihnen liegende Evangelium gelegt. Der Spender der Mönchsweihe nimmt diese Schere wie aus den Händen Christi selbst vom heiligen Evangelium und spricht folgende Worte: «Siehe, aus der Hand Christi empfängst du sie: Schau zu, zu wem du kommst, wem du dich beiordnest, und von wem du dich absonderst!».

Bald darauf erfolgt die Nennung des neuen Namens – des Namens jener neuen himmlischen Beschützerin, die die Schwester unsichtbar durch die vielen Prüfungen des klösterlichen Weges zum endgültigen Ziel – dem lichten himmlischen Hochzeitssaal – begleiten wird. «...Und bekleidet wird die Schwester mit dem Gewand der Fröhlichkeit und der geistlichen Freude, zur Ablegung und Niedertretung aller Sorgen und Nöte, die von den Dämonen, vom Fleisch und von der Welt kommen; zu ihrer ständigen Fröhlichkeit und Freude in Christus...» (Mönchsweihe des kleinen Schimas).

Wenn die Nonne in die Reihen der monastisch Lebenden eintritt, begibt sie sich gleichsam in ein Grab, doch nicht in ein Grab der Traurigkeit und der Verzagtheit, sondern in ein Grab des Aufblühens der Seele, der Freude und des Glücks in Vorfreude auf das ewige Leben.

Erkennen lasst uns, ihr Brüder, die Kraft des Mysteriums! * Denn dem verlorenen Sohn, der aus der Sünde zurückkehrt in das Vaterhaus, * eilt entgegen der allgütige Vater, * umarmt ihn und gewährt ihm von neuem das Kennzeichen der eigenen Herrlichkeit * und bereitet denen dort oben mystische Freude, * indem er das Mastkalb schlachtet, * auf dass wir würdig wandeln vor dem menschenliebenden Vater, * der das Opfer hat geschlachtet, und vor dem gepriesenen Opfer, // dem Erretter unserer Seelen.

(Stichiron zum Sonntag vom verschwenderischen Sohn, 1. Ton)


Ansprache von Seiner Eminenz Mark, Metropolit von Berlin und Deutschland, an die neu geweihten Nonnen:

Liebe neu geweihte Mütter!

Ihr habt den wichtigsten Schritt in eurem Leben getan. Mit Gottes Hilfe seid ihr zu Nonnen geweiht worden. Ihr habt der Welt und allem, was in der Welt ist, entsagt. Das bedeutet einen völligen Umschwung in eurem Leben. So wie die Buße eine Umkehr ist (was wir nie vergessen dürfen), eine Umkehr von dem bisherigen Weg, den wir gegangen sind, so ist besonders die Weihe von Nonnen eine vollkommene Umkehr und Abkehr von allem, was uns lieb ist, was uns in Jahren und Jahrzehnten angewachsen ist, was uns zur zweiten, schrecklichen, sündigen Natur geworden ist. Der Eintritt in das Nonnenleben ist ein ganz großer Schritt, der mit der Taufe vergleichbar ist, nennen die Väter diesen Schritt doch „die zweite Taufe“. Es ist ein Neubeginn, der schon dadurch zum Ausdruck kommt, dass ihr neue Namen bekommen habt, und ihr euch deswegen von allem abstoßen und lossagen dürft, was bisher gewesen ist. Ich sage „ihr dürft“, nicht „müsst“, denn nichts geschieht in der Kirche aus einem Zwang, sondern alles ist unser freier Wille. Und euer freier Wille war, sich von dem vorherigen Leben abzusagen und einen neuen Abschnitt in eurem Leben zu beginnen. In diesem neuen Abschnitt— und, wir hoffen, endgültigen Abschnitt— dürfen wir neue Gaben Gottes empfangen, die uns ständig gegeben werden in der Buße, im Fasten, in allem, was wir in Gottes Namen tun. Auf diesem Weg werden euch eure Schwestern beistehen. Sie alle sind hierher gekommen, ins Kloster, um sich von diesem Weg beseelen zu lassen.

Was heißt „beseelen“? — Das heißt „eine neue Seele empfangen“, eine gereinigte Seele — durch die Buße und das Fasten gereinigt. Das ist auch weiterhin eure Aufgabe. Nichts geschieht in der Kirche automatisch. Alles müssen wir erobern, und dürfen wir mit Gottes Hilfe erobern. Deswegen wünsche ich euch auf diesem Weg Gottes Segen und Gottes Hilfe, damit ihr ehrlich und aufrichtig und absolut diesen neuen Weg beschreitet. Amen.



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