Weihnachtsbotschaft

des Metropoliten Mark von Berlin und Deutschland

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 

 

…Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Joh 1:1;14.

Die ersten Worte hören wir in der Osternacht. Aber in der Weihnachtsnacht, der Geburtsnacht des Gottessohnes, schauten wir den Anfang Seiner Herrlichkeit unter uns: Sein Licht leuchtete in der irdischen Finsternis auf und das Wort nahm Wohnstatt bei uns.  Das Wort ist der Herr Selbst, Der auch die Wahrheit ist. Er ist „das Wort der Wahrheit und die Wahrheit des Wortes“ (Hl. Justin v.Celije). Kein Menschenwesen kann Ihn vollends mit dem Verstand begreifen, denn Er ist vollkommener Gott und vollkommener Mensch. Durch Sein wahres Wort hat Er uns die frohe Botschaft unserer Errettung von Sünde, Tod und Teufel gebracht.

 Die einzig richtige Einstellung des Menschen zum fleischgewordenen Wort ist der Glaube an Ihn. Als Antwort auf den Glauben an Ihn gibt der Gottmensch dem Menschen den „Geist der Wahrheit“. In diesem Geist wird das gesamte Leben heil und ganzheitlich. Dann hören wir mit dem inneren Gehör den Engelsgesang, den die Hirten von Bethlehem als erste hörten, dann nehmen wir das Siegel des Heiligen Geistes an; unser Verstand, die Seele, das Herz, der Wille – unser ganzes Wesen trägt dann dieses Siegel. Und wenn wir behutsam mit dem Siegel des Heiligen Geistes umgehen, dann hüten wir uns vor allem Unheiligen, allem Unreinen, allem was nicht Christi ist. Für uns werden die Worte des Apostels lebenswichtig: „Lasst kein faules Wort aus eurem Munde gehen“ (Eph 4:29)

Das Wort hat die größte Bedeutung in unserem Leben. Mit einem Wort kann man einen Menschen töten, oder aber ihn lebendig machen. Ein böses, ein faules Wort vergiftet den Menschen, der es spricht, und es vergiftet seine ganze Umwelt. Jedes faule Wort ist ein kleiner Sarg, aus dem der Gestank der faulenden Seele strömt. Wie viele solcher faulen Worte hören wir in unserer Gesellschaft! Wie stark ist unsere Jugend mit der Gewöhnung an faule Worte vergiftet! Vor verbaler Fäulnis machen so manches Mal sogar Personen des öffentlichen Lebens uns Politiker keinen Halt.

Der Christ hingegen – der neue Mensch – verbindet jedes seiner Worte mit dem einen Wort, dem Logos Gottes, der Fleisch wurde und geboren ist in Bethlehem. Ein jedes Wort trägt für uns Christen den Samen des Guten und der Wahrheit in sich, insoweit wie unser Denken und unsere Gefühle unserem Verbleib in Christo verwurzelt sind, in Seinem Segen und Seiner frohen Botschaft – dem Evangelium.

Christus ist die Wahrheit. Die Liebe zum Fleisch gewordenen Herrn Jesus Christus offenbart uns die Wahrheit und bewahrt uns in ihr. Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist aus Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus ihm geboren ist (1 Joh 5:1). In dieser Wahrheit wachsen wir ständig, wir wachsen in Christus. Wie Christus ewig ist, ist auch die Wahrheit ewig. Deswegen sind wir berufen, wenn wir in Christus und Seiner Wahrheit leben, in die Ewigkeit hineinzuwachsen.

Und das bedeutet, dass jedes Wort, das aus unserem Munde kommt, ein Wort sein muss, das den Glauben stärkt, ein Wort der Gnade sein muss. Wie der Apostel spricht: Eure Rede sei allezeit mit Gnade… (Kol. 4:6). Wie können wir dieserreichen? Nur mit einer engelgleichen Wachsamkeit sich selbst gegenüber, gegenüber den eigenen Gedanken, Gefühlen – und Worten. Vor faulen Worten können wir uns nur durch Achtsamkeit gegenüber einer jeglichen Regung in der eigenen Seele schützen. All das Ungesunde, Unchristliche, Faule, was in der Seele wächst, muss in der Wurzel erstickt werden, während alles Gute, Göttliche, dem Evangelium Angehörige, gehegt wird, zur Stärkung der Seele und aller Gefühle.

Durch engelhafte Wachsamkeit unserer Seele gegenüber, durch das Lesen der Heiligen Schrift und für die Seele nützlicher Lehren der heiligen Väter verstärkt sich in unseren Seelen der Wohlgeruch Christi, während der Gestank der Sündenfäulnis schwindet. Wir legen alles Alte ab: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, das böse Verlangen und Habgier, die ja Götzendienst ist, Wut, Raserei, Bosheit, Lästerei, Fluchen… Und so kleiden wir uns in Barmherzigkeit, Güte, Demut, Sanftmut, Geduld, wir vergeben uns untereinander – wie Christus uns vergeben hat, so auch wir, damit das Wort Christi in uns Wohnstatt nehme (Kol 3:5-16). 

Wieder und wieder wird das Wort Gottes geboren, das uns die Freiheit von der Sünde und dem Teufel gebracht hat. Der Stern, der über Bethlehem aufleuchtete, beleuchtet und heiligt unseren Weg zu Christus – und das heißt auch zu unseren Nächsten, für die Errettung derer nun Gott, das Wort – der Logos, geboren ist. 

 

+MARK

Metropolit von Berlin und Deutschland

 

Berlin-München

Weihnachten 2021/22 г. 

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